Dokumentation Eckpunkte des "Weisen"-Gutachtens im Überblick

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet nach drei Jahren der Stagnation in diesem und im kommenden Jahr wieder ein nennenswertes Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Überblick über die Eckpunkte ihres Jahresgutachtens 2004/2005.


  • Wachstum: Die "fünf Weisen" erwarten im laufenden Jahr einen BIP-Zuwachs von 1,8 Prozent. Für das kommende Jahr liegen die Erwartungen bei 1,4 Prozent. Die offizielle Prognose der Bundesregierung liegt bei ebenfalls 1,8 Prozent im laufenden und bei 1,7 Prozent im kommenden Jahr. Das Wachstum bleibt hinter dem in den übrigen Ländern der Euro-Zone zurück.
  • Arbeitslosigkeit: Keine nennenswerte Besserung. Die bundesweite Arbeitslosenrate wird im Jahresdurchschnitt 2005 bei 10,5 Prozent liegen. Wegen Hartz IV und der Einführung von Arbeitslosengeld II könnte die Zahl der Arbeitslosen aus statistischen Gründen steigen und im Frühjahr die Marke von fünf Millionen überschreiten.
  • Staatsdefizit: 2005 verletzt Deutschland das vierte Mal infolge den Stabilitätspakt mit einem Staatsdefizit von 3,5 Prozent. Die Maßnahmen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) verfehlen ihr Ziel, die an die EU gemeldeten 2,9 Prozent zu erreichen.
  • Gesundheitsreform: Die Konzepte von Bundesregierung und Union werden in der vorliegenden Form kritisiert. Beide Seiten sollten ihre Reformanstrengungen bündeln und eine Synthese aus Bürgerversicherung und "Kopfpauschale", eine so genannte Bürgerpauschale, schaffen.
  • Ostdeutschland: Die Weisen sehen keine Patentrezepte zur schnellen Besserung der wirtschaftlichen Lage. Sie raten zu einer Neujustierung des Solidarpakts II, um die Mittel vor allem für investive Zwecke zu verwenden.


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