Dollar-Flucht Zentralbanken setzen auf den Euro

Eine Umfrage unter 65 Zentralbanken zeigt: Der Euro erfreut sich bei den Währungshütern wachsender Beliebtheit. Immer mehr Notenbanken stocken ihre Reserven mit der Gemeinschaftswährung auf, während die Dollar-Rücklagen sinken.


Euro-Banknoten: Keine Garantien für den Dollar
DDP

Euro-Banknoten: Keine Garantien für den Dollar

London - Laut einer Studie von Central Banking Publications (CBP) haben 70 Prozent von 65 befragten Notenbanken ihre Euro-Reserven in den vergangenen zwei Jahren aufgestockt. Der Großteil der Geldexperten beurteilt die europäischen Geld- und Rentenmärkte demnach ebenso optimistisch wie die Segmente in den USA. Nähere Details will CBP heute bekannt geben.

Die Dollar-Flucht bereitet Ökonomen Sorgen. Washington ist zur Finanzierung des gigantischen Leistungsbilanzdefizits auf Mittelzuflüsse aus dem Ausland angewiesen. Setzen die Zentralbanken auf den Euro dürfte die Skepsis der Devisenhändler wachsen, die US-Währung könnte weiter an Wert verlieren.

Die Folgen insbesondere für die auf den Export angewiesene deutsche Wirtschaft sind unübersehbar. Schon in der Vergangenheit klagten viele Unternehmen, etwa die Automobilbranche, über den starken Euro, der die Dollar-Gewinne auf dem wichtigen US-Markt schmälert.

Entsprechend warnen Beobachter vor einer weitere Schwächung der US-Währung. "Für die USA gibt es keine Garantie, dass der Dollar gestützt wird", warnte Nick Carver von CBP.



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