Oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn kritisiert Trump wegen Reaktion auf Charlottesville

Nach Donald Trumps Äußerungen zu den Ausschreitungen in Charlottesville war der Frust bei Gary Cohn groß. Jetzt macht der Wirtschaftsberater des Präsidenten seinem Ärger Luft.

Gary Cohn
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Gary Cohn hat Donald Trump für dessen Reaktion auf die Zusammenstöße bei einer Rassisten-Kundgebung in Charlottesville kritisiert. "Diese Regierung kann und muss besser darin werden, solche Gruppen konsequent und unzweideutig zu verurteilen und alles dafür zu tun, die tiefen Risse in unseren Gemeinden zu heilen", sagte der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten der "Financial Times".

Trump hatte nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville "vielen Seiten" die Schuld gegeben und Rassisten und Neonazis nicht beim Namen genannt.

Der Demokrat Cohn war danach unter erheblichen Druck geraten, sich als eine der wichtigsten Figuren des Weißen Hauses öffentlich gegen Trumps Reaktion zu stellen. Spekulationen über einen möglichen Rücktritt Cohns aus Protest hatten auch die Börse und den Dollarkurs bewegt.

"Als ein patriotischer Amerikaner widerstrebt es mir, meinen Posten zu verlassen", sagte Cohn. Er fühle sich aber auch verpflichtet, seinen Kummer über die Ereignisse der vergangenen beiden Wochen zu äußern. "Bürger, die für Gleichheit und Freiheit aufstehen, dürfen niemals mit weißen Rassisten, Neo-Nazis und dem Ku Klux Klan gleichgesetzt werden", sagte Cohn.

Eine solch prominente, öffentliche Äußerung Cohns ist selten und bemerkenswert. Cohn war einer der Hauptgegner von Stephen Bannon, Trumps geschasstem Chefstrategen.

asa/dpa



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Elrond 25.08.2017
1. Kann ich sehr gut nachvollziehen
Denn DT beraubt sich mit seinen unbedachten und intellektuell sehr fragwürdigen Äußerungen in Charlottesville der Basis, die er benötigt, um die vielen tollen Jobs zu schaffen, die er seiner Basis versprochen hat. Reihenweise flüchten die Wirtschaftsbosse, die Haltung zeigen. Dafür Chapeau! Wie lange Gary Cohn es wahrlich noch ausahält ist fraglich und ob ihm am Ende die karriere oder die Haltung wichtiger sind, wird sich zeigen. Aber jedenfalls positioniert er sich in die richtige Richtung und zeigt Flagge. Am Ende der Amtszeit von DT wird die Errungenschaft eine unfertige Mauer an der mexikanischen Grenze sein. Geschichtsbuch zu.
gandhiforever 25.08.2017
2. Reichlich spaet
Cohn hat wohl seinen Traum, von Trump zum Notenbank-Chrf ernannt zu werden, schon begraben. Nun bricht er endlich sein Schweigen. Reichlich spaet, um noch ernst genommen zu werden.
Augustusrex 25.08.2017
3. Mr. Cohn und Mr. Trump
Mr. Cohn sollte wissen was er tut, wenn er sich weiter mit Mr. Trump einlässt. Klar ist er natürlich auch kein Chorknabe, hat aber vielleicht doch noch etwas wie Verantwortungsgefühl. Dann sollte er aber auch wissen: Wer mit Hunden zu Bett geht, steht mit Flöhen auf.
SMN 25.08.2017
4.
Jede Form von Extremismus und jede gewalttätige Ideologie-verteidigung ist falsch. Auch wenn ich ihn nicht sonderlich mag, in diesem Fall sehe ich kein Problem an Trumps Aussage. Linksextremisten waren beteiligt und für ihre ebenfalls menschenrechtsfeindliche Ideologie gewaltbereit. Es ist einfach leider so das die Medien inzwischen zu sehr Farbe bekennen für den pseudosozialen Neo-liberalismus und nicht mehr zugehört sondern bei jeder anderen Meinung direkt "Rassist" geschrien wird. Schade das viele in unserer Gesellschaft da auch noch darauf anspringen.
Mindbender 25.08.2017
5. ...
Mal wieder keinen Bedarf an Foren in euren "Artikeln", Spon? Peinlich. Andere machen euch da etwas vor.
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