Finanzmärkte US-Notenbankchefin Yellen warnt vor Trumps Steuerplänen

Donald Trump setzt auf Deregulierung der Banken und will die Wall-Street-Reform seines Vorgängers Obama aufheben. Notenbankchefin Janet Yellen warnt vor einem solchen Kurs.

Janet Yellen
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Janet Yellen hat die Politik vor einem Zurückdrehen der Finanzmarktregulierung gewarnt. Anpassungen am Rahmenwerk sollten dezent ausfallen, sagte die Präsidentin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei der jährlich stattfindenden Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Es sei wichtig, die durch die zurückliegenden Reformen "gesteigerte Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems" zu bewahren.

US-Präsident Donald Trump strebt eine Aufweichung der Bankenregulierung an, die nach der Finanzkrise beschlossen wurde. Trump hatte bereits per Erlass eine Überprüfung der Wall-Street-Reformen von 2010 angeordnet. Damals wurden Banken weltweit mithilfe von Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Reformen zügelten die schlimmsten Exzesse der Finanzbranche und schufen eine nationale Verbraucherschutzbehörde. Trump kritisierte in der Vergangenheit auch wiederholt die Regulierungs- und Geldpolitik der Fed unter Yellen.

Yellen verwies auf Studien, wonach das Wirtschaftswachstum durch die Regulierung des Finanzsektors nicht belastet worden sei. Gleiches gelte für die Verfügbarkeit von Krediten oder die Liquidität an den Finanzmärkten. Vielmehr sei das Finanzsystem durch die Regulierung robuster geworden, etwa gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die Fed-Chefin warnte davor, die Lehren aus der jüngsten Finanzkrise zu vergessen.

Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed lieferte Yellen in ihrer Rede hingegen nicht. Beobachter hatten auf Hinweise auf den weiteren Kurs gehofft. Die Fed hob die Leitzinsen zuletzt im Juni auf 1,0 bis 1,25 Prozent an und signalisierte eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr.

asa/Reuters/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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ollydk 25.08.2017
1.
Ja, was er seinen Banken-Buddies vor der Wahl versprochen hat für deren zahlenkräftige Unterstützung, das muss er natürlich irgendwann halten - nicht, dass die sich auch noch gegen Klein-Donald stellen.
W/Mutbürger 25.08.2017
2. Trump
bekämpft alles was nicht von ihm ist.
stefan.martens.75 25.08.2017
3. Es liegt kein Jahrzehnt zurück
Die Fähigkeit der Amerikaner die Lehren der Vergangenheit zu ignorieren ist wirklich erschreckend. Yellen ist im Februar weg und ein ganz bestimmter "Wall Street Ja Sager" in seinem Kreis wird sie ersetzen. Ist für mich zumindest klar.
Profdoc1 25.08.2017
4. Fed
Eine vollkommen richtige Entscheidung der FED. In der jetzigen volatilen Situation die Leitplanken auseinanderziehen zu wollen, ist hoch risikoreich, weil a) die Investmentbanken sofort wieder 'Gas geben' würden und b), schlimmer noch, die jetzige Administration unfähig wäre, etwas einzufangen, sollten die genannten Banken aus dem Runder laufen.
kuac 25.08.2017
5.
Leidet Trump unter Gedächtnisschwund? Hat er die Finanzkrise, die duch die deregulierten Banken verursacht wurde, vergessen? Trump ist eine große Gefahr für seine abgehängten und gehirngewaschenen Wähler.
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