Dramatischer Rückgang US-Automarkt bricht um ein Drittel ein

In den USA wurde im April ein Drittel weniger Autos verkauft als im ohnehin schon katastrophalen Vormonat. Neben den US-Herstellern trifft die Misere auch die deutsche Konkurrenz hart.


Chicago - So schlecht war die Lage selten: Im Schnitt wurden in den USA im April 34 Prozent weniger Autos verkauft als im März. Ford Chart zeigen setzte 32 Prozent weniger ab, Chrysler sogar 48 Prozent weniger, die Verkäufe von General Motors Chart zeigen sanken um 34 Prozent. Diese Zahlen veröffentlichte das Marktforschungsunternehmen Autodata am Freitag.

Unverkaufte Geländewagen bei einem Ford-Händler: Ford verkaufte im April 32 Prozent weniger Autos als im Vormonat
DPA

Unverkaufte Geländewagen bei einem Ford-Händler: Ford verkaufte im April 32 Prozent weniger Autos als im Vormonat

Der angeschlagene Konzern General Motors hat neben der generellen Nachfrageschwäche nach eigenen Angaben auch mit den Gerüchten über einen Verkauf der Marke Buick zu kämpfen. Ermutigend allerdings sei, dass der Marktanteil im April von 20,5 Prozent im Vorjahresmonat auf 20,9 Prozent leicht verbessert worden sei, hieß es. Auch Ford konnte seinen Anteil am schrumpfenden heimischen Markt in Jahresfrist leicht von 15,1 Prozent auf 15,8 Prozent erhöhen und schob sich an Toyota vorbei auf Platz zwei.

Besonders heftig trifft die Absatzkrise Chrysler, dessen Pkw-Absatz im April nach eigenen Angaben um 61 Prozent einbrach. Der Verkauf von Kleintransportern, Geländewagen und Vans ging um 44 Prozent zurück. Laut Chrysler-Vizepräsident Jim Press fiel der Absatzeinbruch allerdings weniger deutlich aus als erwartet. "Dies gibt uns Anlass zu Optimismus, während wir an unserer neuen Allianz und an den Sanierungsplänen arbeiten", sagte Press.

Chrysler hatte am Donnerstag ein Abkommen mit dem italienischen Fiat-Konzern Konzern geschlossen, wonach dieser einen Anteil von 20 Prozent an Chrysler übernimmt und ab 2013 eine Mehrheitsbeteiligung anstrebt. Gleichzeitig stellte Chrysler einen Insolvenzantrag, um unter Gläubigerschutz den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Nach dem Insolvenzantrag haben die kanadischen Werke die Produktion bereits eingestellt. Wie das Unternehmen am Freitag nach kanadischen Medienangaben mitteilte, gilt die Stilllegung bis auf weiteres. Es seien rund 7000 Arbeiter in den beiden Betriebsstätten betroffen.

Der US-Autobauer hatte im April noch einen Marktanteil von 9,4 Prozent nach 11,4 Prozent im Vorjahresmonat.

BMW Chart zeigen, Porsche Chart zeigen und Daimler Chart zeigen mussten im April noch stärkere Rückgänge hinnehmen als im Monat zuvor, entdecken aber dennoch erste Anzeichen für eine Stabilisierung. "Branchenweit fühlte sich der April eher wie ein Trockengebiet an als wie ein Frühlingsgarten", erklärte Jim O'Donnell, der BMW-Präsident für Nordamerika am Freitag. "Aber wenigstens sehen wir Verbesserungen gegenüber dem finsteren Jahresanfang."

BMW schlug im April in den USA 38,4 Prozent weniger Fahrzeuge los als im selben Monat des Vorjahres. Dies waren gut 12.000 Stück weniger. Der Rückgang ohne die Marke Mini fiel mit 41,3 Prozent noch deutlicher aus. Im März hatten die Münchner den Einbruch noch auf 22,9 Prozent beschränkt.

Porsche verkaufte in den USA mit 1853 Fahrzeugen 35,3 Prozent weniger als im April 2008, nach einem Minus von 27 Prozent im März. Der Sportwagenhersteller schlug dennoch einen vorsichtig optimistischen Ton an. Der April sei der beste Monat seit Anfang des Jahres gewesen, erklärte das Unternehmen. Zudem setze Porsche seine Hoffnungen darauf, dass der wirtschaftliche Druck etwas nachlasse und das Verbrauchervertrauen zurückkehre.

Daimler meldete in den USA für seine Marke Mercedes Benz einen Absatzrückgang von 28,1 Prozent nach 23 Prozent im März. Der Stuttgarter Konzern verkaufte knapp 14.600 Fahrzeuge nach rund 20.300 im April vergangenen Jahres. Europas größter Autobauer Volkswagen Chart zeigen schlug sich im April mit einem Absatzminus von 16,1 Prozent indes besser als seine Konkurrenten. Im März hatte VW noch einen Verkaufseinbruch von knapp 20 Prozent hinnehmen müssen.

Der japanische Hersteller Toyota Chart zeigen setzte im April 42 Prozent weniger Fahrzeuge in den USA ab als noch im März. Binnen Jahresfrist sank damit der Anteil von Toyota am US-Markt um zwei Punkte auf 15,4 Prozent. Die Verkäufe von Honda Chart zeigen sanken um ein Viertel, wobei der Marktanteil auf 12,3 Prozent zulegte. Nissan Chart zeigen setze 38 Prozent weniger Fahrzeuge ab, die Nachfrage nach Modellen von Hyundai Chart zeigen ging um 14 Prozent zurück.

ase/AFP/Reuters



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