Drastisches Minus Ost-Renten reißen Milliardenloch in die Sozialkasse

Beitragszahler aus dem Westen bezahlen für Ost-Renten: Der Zuschussbedarf in die Rentenkasse hat sich wegen der Ost-Länder laut einem Zeitungsbericht seit der Wende drastisch erhöht. Derzeit beträgt das Milliardenloch mehr als zehn Milliarden Euro - und es wird immer größer.


Berlin - Beitragszahler aus dem Westen und der Bund stützen bereits jetzt mit ihren Zuschüssen die Renten in den neuen Bundesländern. Und der Bedarf wird noch weiter steigen: Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Rentenversicherungsbericht 2008 der Bundesregierung vorab berichtet, steigt das Minus in der Ost-Rentenkasse von 12,1 Milliarden Euro in diesem Jahr auf bis zu 18,8 Milliarden Euro im Jahr 2022. Das ist ein Anstieg um rund 55 Prozent in 15 Jahren. Das Bundeskabinett will den Bericht an diesem Mittwoch verabschieden.

Rentner: Längere Versicherungszeiten im Osten
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Rentner: Längere Versicherungszeiten im Osten

Von 2009 bis 2022 summiert sich der Zuschussbedarf laut "Bild" auf 212 Milliarden Euro. Dabei erhalten die Rentner in den neuen Ländern immer noch deutlich höhere Altersgelder als im Westen. So lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag für Männer im Westen am 1. Juli 2007 bei 951 Euro, im Osten aber bei 994 Euro. Noch größer ist die Differenz bei den Frauen: Ost-Rentnerinnen bekamen im Schnitt 666 Euro, West-Rentnerinnen dagegen nur 478 Euro im Monat.

Als Ursache für die höheren Rentenzahlbeträge nennt der Rentenversicherungsbericht der Zeitung zufolge die längeren Versicherungszeiten in den neuen Ländern. So kommen Männer im Westen im Schnitt auf 40 Beitragsjahre, im Osten aber auf 45 Jahre. Frauen in den alten Ländern haben bei Rentenbeginn 26 Beitragsjahre, Rentnerinnen im Osten dagegen knapp 38 Jahre auf dem Versicherungskonto.

cvk/ddp



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