Dresdner Bank Gewinn bricht um mehr als 80 Prozent ein

Die Dresdner Bank ist im vierten Quartal 2001 tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Allianz-Tochter machen vor allem die schlechte Verfassung der Kapitalmärkte sowie die steigende Zahl von Unternehmenspleiten zu schaffen.


Dresdner-Bank-Filiale: Netz der Geschäftsstellen deutlich geschrumpft
AP

Dresdner-Bank-Filiale: Netz der Geschäftsstellen deutlich geschrumpft

Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank verzeichnete im letzten Quartal des Geschäftsjahres einen Konzernverlust von 517 Millionen Euro. Dies geht aus den am Mittwoch nach der Aufsichtsratssitzung veröffentlichten vorläufigen Eckdaten für 2001 hervor.

Für das Gesamtjahr 2001 werde die Dresdner Bank ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von nur noch 186 Millionen Euro ausweisen, teilte sie mit. Im Vorjahr hatte das Geldinstitut noch einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro eingefahren. Der Vorstand beabsichtige, dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von Euro 0,70 pro Aktie vorzuschlagen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Reduzierung um rund 25 Prozent.

Bereits 4000 Stellen gestrichen

Im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm, das insgesamt einen Abbau von 7800 Stellen vorsieht, wurden bis Ende 2001 rund 4000 Stellen abgebaut. Die Zahl der inländischen Geschäftsstellen wurde 2001 um 183 auf 803 reduziert.

Die Verwaltungskosten der Dresdner Bank konnten allerdings kaum gebremst werden. Der Verwaltungsaufwand, mit dem vor allem Personalkosten erfasst sind, fiel 2001 mit 8,7 Milliarden Euro 13,5 Prozent höher aus als im Vorjahr.

Die Risikovorsorge sei auf insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro angehoben worden, so das Institut. Hier spiele vor allem das Mitte der neunziger Jahre aufgebaute Kredit-Engagement bei mittelgroßen Unternehmen in den USA eine wichtige Rolle. Versicherungsanalyst Arne Jokusch vom Bankhaus Merck Finck sagte, der Anstieg der Risikovorsorge sei zwar im Prinzip erwartet worden, sei aber vor allem im vierten Quartal sehr hoch. "Die Zahlen sehen beunruhigend aus."

Die Aktie des Versicherungskonzerns Allianz Chart zeigen, zu dem die Dresdner Bank gehört, wurde von den schlechten Zahlen nicht negativ beeinflusst. Am Nachmittag notierte die Allianz ein Prozent im Plus bei 233,50 Euro.



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