Dresdner-Bank-Vorstand Gewerkschaft kritisiert Halbfinal-Eskapade

Die Gewerkschaft Ver.di ist sauer, weil die Vorstände der Dresdner Bank nach ihrer jüngsten Sitzung geschlossen zum WM-Halbfinalspiel ausrückten. Der Spaß sei eine obszöne Verschwendung, während die Normal-Mitarbeiter um ihre Jobs bangten.


Frankfurt am Main/Dortmund - "Anstatt sich den Existenzsorgen der von Arbeitsplatzvernichtung bedrohten Mitarbeiter anzunehmen, werden hier Summen verjubelt, mit denen ein bis zwei normale Bankangestellte locker ein Jahr lang beschäftigt werden könnten", erklärte Gewerkschaftssekretär Roman Eberle heute in Dortmund. Ver.di wirft den Bankern vor, nur deshalb in Dortmund getagt zu haben, um anschließend das Spiel besuchen zu können.

Nach Eberles Darstellung soll extra eine VIP-Lounge angemietet worden sein. Auch sei ein Vorstandsmitglied mit einem Hubschrauber aus Amsterdam eingeflogen. Ein Dresdner-Bank-Sprecher wies die Darstellung zurück. Es habe sich um eine reguläre Klausurtagung gehandelt, die regelmäßig stattfinde.

"Dazu geht der Vorstand auch in die Regionen - überall dort, wo größere Standorte sind", sagte er. Dass eine VIP-Lounge angemietet gewesen sein soll, bezeichnete er als "völligen Blödsinn". "Die Vorstandsmitglieder haben mit ganz normalen Karten auf den Rängen gesessen."

Die Allianz Chart zeigen-Tochter Dresdner Bank will bis 2008 im Konzern weitere 2500 Stellen in der Hauptverwaltung und an den regionalen Standorten streichen. Ver.di sieht in Dortmund die Jobs von bis zu 400 der 900 Mitarbeiter als gefährdet an.

itz/dpa



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