Drohende Energienot im Winter Griechischer Minister will Deutsche anlocken – mit »Gastfreundschaft und mildem Wetter«

Die Inflation und die Aussicht auf einen kalten Winter vermiesen vielen Deutschen die Laune. Griechenland bietet sich nun als Lösung an: »Wir werden hier auf Sie warten.«
Balos auf Kreta: Die Insel sei dafür sehr geeignet, »um einen Krisenwinter zu überstehen«, sagt der Bürgermeister der Hafenstadt Chania

Balos auf Kreta: Die Insel sei dafür sehr geeignet, »um einen Krisenwinter zu überstehen«, sagt der Bürgermeister der Hafenstadt Chania

Foto: Nicolas Economou / NurPhoto / IMAGO

Griechenlands Tourismusminister Vassilis Kikilias hat Bürgerinnen und Bürger in Deutschland angesichts von Inflation und drohender Energieknappheit aufgerufen, in seinem Land zu überwintern. »Für Herbst und Winter wäre es für uns Griechen eine große Freude, deutsche Rentner zu begrüßen, die einen ›mediterranen Winter‹ mit griechischer Gastfreundschaft, mildem Wetter und hochwertigen Dienstleistungen erleben möchten.« Das sagte Kikilias der »Bild«-Zeitung. »Wir werden hier auf Sie warten«, fügte der Minister hinzu.

Der Bürgermeister der Hafenstadt Chania auf der griechischen Insel Kreta schloss sich dem Aufruf an. »Wir laden jeden Deutschen ein, der in diesem Winter zu uns kommen möchte, um hier zu leben – fern der Krisen«, sagte Panagiotis Simandirakis derselben Zeitung . Kreta sei dafür sehr geeignet, »um einen Krisenwinter zu überstehen«. Hier brauche man keine Heizung im Haus. »Kein Deutscher wird in Griechenland frieren«, sagte der Bürgermeister.

EU-Kommission: »Jeder kann Gas sparen, jetzt«

Tatsächlich könnten auf Wirtschaft und Verbraucher angesichts der drohenden Gaskrise erhebliche Energiesparmaßnahmen zukommen. Ein Entwurf für einen Notfallplan der Europäischen Kommission sieht vor, dass öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude ab Herbst bis maximal 19 Grad beheizt werden sollen. »Jetzt handeln kann die Auswirkungen einer plötzlichen Versorgungsunterbrechung um ein Drittel reduzieren«, heißt es in dem Text, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gebe mittlerweile ein »erhebliches Risiko«, dass Russland in diesem Jahr Gaslieferungen nach Europa stoppt.

Unternehmen, die Gas ersetzen können, sollten ihren Verbrauch reduzieren, heißt es. Ziel sei es, Industrien zu schützen, die für die Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit besonders wichtig sind. Auch Haushalte werden dazu aufgerufen, freiwillig weniger zu verbrauchen. »Jeder kann Gas sparen, jetzt«, schreibt die Kommission.

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Der Notfallplan kann sich noch ändern und soll voraussichtlich nächsten Mittwoch (20. Juli) offiziell vorgestellt werden.

DER SPIEGEL

Nach Angaben der Kommission hat sich die Gasversorgung vonseiten Russlands bereits drastisch verringert. Insgesamt entsprächen die Gasflüsse mittlerweile weniger als 30 Prozent des Durchschnitts 2016 bis 2021, heißt es in dem Entwurf. Das habe zu historisch hohen Energiepreisen geführt und die Inflation in die Höhe getrieben. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Situation verbessern werde. Sie werde sich eher verschlechtern.

aar/dpa
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