Drohendes Ladensterben Handelsverband warnt vor »Desaster in vielen Innenstädten«

Die Kauflaune sinkt, die Energiekosten steigen: Das könnte sich laut Handelsverband schon bald drastisch auf kleinere Geschäfte in deutschen Städten auswirken. Nun sei der Staat gefragt.
Einkaufsstraße in Deutschland (Symbolbild)

Einkaufsstraße in Deutschland (Symbolbild)

Foto: Hauke-Christian Dittrich / picture alliance/dpa

Der Handelsverband Deutschland stellt sich angesichts der frostigen Verbraucherstimmung und hoher Energiekosten auf weitere Rückschläge für den stationären Einzelhandel ein. Vor allem in den Innenstädten könnte sich das Ladensterben in den kommenden Monaten beschleunigen, so der Verband.

Die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Milliardenhilfen gegen hohe Energiekosten müssten deshalb auch den Einzelhändlern zugutekommen, sagte ein HDE-Sprecher. »Ansonsten könnten wir ein Desaster in vielen Innenstädten erleben.«

Gerade in der Krise gelte es zudem, mit Investitionen und kreativen Konzepten gegenzusteuern. Ideen seien genug vorhanden, ein auf alle Kommunen übertragbares Patentrezept liege aber nicht vor, sagte der Sprecher.

Hinzu komme: »In der derzeitigen akuten Krise wird das alles noch ein Stück schwieriger. Die Geldtöpfe werden sicherlich erst einmal nicht voller.« Wenn die Konzepte funktionieren sollten, müssten alle Akteure in den Kommunen zusammenarbeiten – von der Rathausspitze über Stadtmarketing, Einzelhandel und Gastronomie bis zu kulturellen Anbietern sowie Bürgerinnen und Bürgern.

Lebensmittelhandel besonders betroffen

Der Umsatz der Unternehmen des Einzelhandels war im August zurückgegangen – besonders der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete Einbußen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ging der Umsatz real um 1,3 Prozent verglichen mit Juli zurück. Im Vergleich zum August des Vorjahres gab es sogar ein reales Minus von 4,3 Prozent. Nominal, also nicht preisbereinigt, stand jeweils ein Plus vorn. Das spiegelt die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel wider.

Beim Einzelhandel mit Lebensmitteln gab es einen realen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent verglichen mit Juli und von 3,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Das war laut den Statistikern das niedrigste Umsatzniveau seit Januar 2017.

Im Internet- und Versandhandel sanken die Umsätze im August gegenüber dem Vormonat real um 7 Prozent und verglichen mit August vergangenen Jahres um 7,1 Prozent. Reale Umsatzrückgänge gab es auch im Handel mit Textilien und Schuhen, bei Haushaltsgeräten und Baubedarf.

jok/dpa

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