Dubais Prestigeprojekt Streik legt Bau von Rekord-Wolkenkratzer lahm

Der Burj Dubai im gleichnamigen Emirat am Persischen Golf soll einmal das höchste Gebäude der Welt sein. Doch zunächst kassiert das Projekt Negativschlagzeilen. Auf dem Bau beschäftigte Arbeiter protestieren gewaltsam gegen schlechte Bezahlung.


Dubai - Rund 2500 beim Burj Dubai beschäftigte Arbeiter randalierten gestern auf der Baustelle. Die vorwiegend aus Asien stammenden Beschäftigten verwüsteten laut Zeugenaussagen Büros und demolierten Baumaschinen. Beobachter rechnen mit Schäden in Höhe von bis zu einer Million Dollar. Die Arbeiter protestieren bereits seit mehreren Tagen und haben die Arbeit niedergelegt.

Auslöser sind schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne. So erhält ein ungelernter Arbeiter beim Burj-Dubai-Projekt vier Dollar am Tag, Fachkräfte bekommen 7,60 Dollar. Zudem fordert die Belegschaft eine bessere Behandlung durch die Vorarbeiter, mehr medizinische Versorgung, bezahlte Überstunden und eine Transportmöglichkeit zwischen ihrer Wohnanlage und der Baustelle.

Die Ausschreitungen werfen ein schlechtes Licht auf das Prestigeprojekt. Dubai will 2008 mit dem Turm das höchste Gebäude der Welt fertigstellen. Weil derzeit mehrere Städte Rekordhochhäuser planen und bauen, halten die Verantwortlichen die angepeilte Höhe geheim. Mindestens aber soll der Turm 150 Stockwerke haben und 700 Meter hoch sein. Bislang ist das Bauwerk 36 Stockwerke hoch.

Nach berichten von BBC Online sind die Protestler unterdessen auf die Baustelle zurückgekehrt, wenngleich sie die Arbeit noch nicht wieder ausgenommen haben. Derzeit laufen demnach Verhandlungen zwischen Belegschaft und Arbeitgebern.

Allerdings hat der Streik beim Burj Dubai weitere Folgen für das Emirat. So traten die Arbeiter bei dem im Bau befindlichen Flughafen-Terminal des Dubai International Airports aus Solidarität ebenfalls in den Ausstand. Für die Golfstaaten wäre ein flächendeckender Arbeitskampf brisant. Bei ihrem Bauboom sind die Scheichs maßgeblich auf Gastarbeiter angewiesen. Der Großteil stammt aus Indien, Bangladesh, Pakistan oder China. Wegen schlechter Arbeitsbedingungen hat es bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Auseinandersetzungen gegeben.

suc



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.