Engpässe bei Düngemittel Hohe Energiepreise setzen Lebensmittelindustrie unter Druck

Hohe Energiepreise verteuern die Herstellung von Düngemitteln deutlich. Mehrere Hersteller kündigten nun Produktionsstopps an. Der Schritt könnte Auswirkungen auf die Versorgung mit Lebensmitteln haben.
Bauer beim Düngen (Archiv)

Bauer beim Düngen (Archiv)

Foto: Steve Allen / imago images

Die hohen Energiepreise in Europa könnten negative Folgen für die Düngemittel- und Fleischindustrie haben. Die großen Düngemittelhersteller Yara International ASA und CF Industries Holdings Inc. haben angekündigt, dass sie aufgrund der steigenden Kosten gezwungen sind, einen Teil der Produktion von Pflanzennährstoffen einzustellen, die für die Landwirtschaft wichtig sind.

Dies könnte sich auch auf andere Teile der Versorgungskette auswirken. Bei der Herstellung von Düngemitteln entsteht nämlich Kohlendioxid, das etwa für die Betäubung von Schlachttieren und die Verpackung von Lebensmitteln eingesetzt wird – und nun knapp wird.

Laut einem Bericht von »Bloomberg« warnte der britische Verband der Fleischproduzenten (BMPA), dass die Kohlendioxid-Vorräte innerhalb von zwei Wochen erschöpft sein könnten, sodass Schlachthöfe geschlossen werden müssten. »Es ist ziemlich alarmierend«, sagte Nick Allen, Leiter des Verbands. »Wir sprechen hier von Tagen bis Wochen, in denen es hart auf hart kommt. Außer irgendwo auf der Welt, idealerweise hier in Europa, gibt es Vorräte, die diese Menge an Kohlendioxid sehr schnell ersetzen können.«

Cola ohne Kohlendioxid?

Rind- und Lammfleisch wäre laut BMPA von einer Kohlendioxid-Knappheit weniger betroffen, könnte aber aufgrund der Verpackungsprobleme fünf Tage Haltbarkeitsdauer verlieren. Auch Hersteller kohlensäurehaltiger Getränke suchten mittlerweile nach alternativen Quellen, zitiert »Bloomberg« den Branchenverband »British Soft Drinks Association«.

Anfang vergangener Woche gab CF Industries bekannt, dass es aufgrund der steigenden Energiekosten zwei britische Werke stilllegen wird. Der norwegische Düngemittelhersteller Yara teilte mit, dass er etwa 40 Prozent seiner europäischen Ammoniakproduktionskapazitäten drosseln werde. Yara stellt rund ein Drittel des weltweit produzierten Ammoniaks her, das in Düngemitteln vorkommt, aber auch in anderen Branchen wie der Automobil- oder der Gesundheitsindustrie eingesetzt wird.

rai
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