Düstere Aussichten Infineon glaubt nicht an den Aufschwung

Schon in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hatte der Chipbauer Infineon seinen Aktionären wenig Positives zu berichten. Dabei bleibt es: Auch im nächsten Berichtszeitraum wird die Nachfrage nach Speicherbausteinen zurückgehen, erklärte der Konzern.


Infineon-Chip: Prognosen auf den Punkt getroffen
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Infineon-Chip: Prognosen auf den Punkt getroffen

München - Im laufenden zweiten Geschäftsquartal bis Ende März würden Umsatz und Ergebnis erneut rückläufig sein, dies gelte insbesondere für die Sparte Sichere Mobile Lösungen (SMS), teilte der viertgrößte Halbleiterhersteller der Welt mit. Als Gründe hierfür nannte Infineon Chart zeigen saisonale Effekte, Preisdruck auf allen Märkten und weitere Anpassungen von Lagerbeständen bei den Kunden.

Bereits am 12. Januar hatte Infineon mitgeteilt, im zum Jahreswechsel geendeten Auftaktquartal 2004/05 die Markterwartungen wegen des schwachen Dollars, sinkender Auslastung und vorhandener Lagerbestände verfehlt zu haben. Die damaligen vorläufigen Konzernzahlen trafen die Münchener nun auf den Punkt.

Chip-Konzerne in der Krise

So fiel vor Steuern und Zinsen (Ebit) ein Gewinn von 211 Millionen Euro nach 113 Millionen Euro im Vorquartal an. Darin enthalten waren allerdings einmalige Lizenzzahlungen von 118 Millionen Euro im Zuge der Einigung mit ProMos in einem Rechtsstreit sowie Aufwendungen von 132 Millionen Euro für Wertminderungen und Wettbewerbsverfahren. Der Umsatz sank im Vergleich zum Schlussquartal 2003/04 um neun Prozent auf knapp 1,82 Milliarden Euro - und das, obwohl das Weihnachtsquartal in der Technologiebranche als das stärkste gilt.

Mit dem schwachen Auftaktquartal reihte sich Infineon in die Riege jener Unternehmen ein, die den Chipsektor zuletzt mit negativen Schlagzeilen geschockt hatten. So kündigte etwa der französisch-italienische Konzern STMicroelectronics an, man werde die angepeilte Gewinnmarge verfehlen, und der US-Prozessorenhersteller AMD setzte deutlich weniger als prognostiziert um. Nach anderthalb Jahren kräftigen Wachstums rechnen die Marktforscher damit, dass die hoch schwankungsanfällige Branche 2005 bestenfalls noch moderat zulegen wird.



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