Aufdringliche Anwohner, fehlende Masken Postzusteller trauen sich nicht mehr in Duisburger Straße

In einer Sackgasse im Duisburger Stadtteil Rheinhausen stellt die Post nicht mehr direkt zu – aus Sorge um die Gesundheit der Zusteller. Die dortigen Anwohner halten die nötigen Corona-Abstände offenbar nicht ein.
Briefe in der Zustellung: in Duisburg nicht mehr überall

Briefe in der Zustellung: in Duisburg nicht mehr überall

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Aus Sorge vor Corona-Infektionen stellt die Deutsche Post seit Wochen in einer Sackgasse in einem Duisburger Viertel keine Sendungen mehr in die Hausbriefkästen zu. Die Situation für Zusteller sei durch distanzloses Verhalten vieler Anwohner, die zumeist auch keine Masken trügen, nicht mehr tolerabel gewesen, sagte die Sprecherin der Deutschen Post, Britta Töllner. Zuvor hatte die »WAZ« berichtet.

Die Sackgasse im Duisburger Stadtteil Rheinhausen wird von Wohnblocks gesäumt. Seit Beginn der Coronapandemie seien die Transporter der Zusteller immer wieder von den Anwohnern umringt worden. Postmitarbeiter hätten nicht mehr aussteigen wollen und sich durch zu wenig Corona-Abstand und fehlende Masken in ihrer Sicherheit gefährdet gefühlt, sagte Töllner weiter. Es habe zwar keine Übergriffe gegeben, vereinzelt sei es aber auch zu verbal aggressiv aufgeladenen Situationen gekommen.

Anwohner können Briefe nun in Filiale abholen

Um ihre Mitarbeiter zu schützen, habe die Post daher die direkte Zustellung in die Häuser ausgesetzt, sagte Töllner. Die Menschen könnten ihre Briefe und Sendungen seit Februar in einer benachbarten Filiale abholen. »Viele machen von der Möglichkeit auch Gebrauch und nutzen dort unsere Bereitstellungsfächer«, erklärte Töllner.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es nach Angaben der Post Versuche gegeben, mithilfe von Dolmetschern und Streetworkern in dem Viertel für mehr Sicherheit und die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen Corona zu werben. Bislang reiche die Wirkung der Interventionen aber noch nicht aus, um die Zusteller wieder in die Straße zu schicken, sagte Töllner. »Erst muss dauerhaft sichergestellt sein, dass sie nicht in Gefahr geraten.«

ene/dpa
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