Durchwachsenes Quartal Siemens-Gewinne brechen ein

Eine durchwachsene Quartalsbilanz zog heute Siemens-Chef Klaus Kleinfeld: Der Konzern hat zum Auftakt des Geschäftsjahres 2006 einen herben Einbruch der Gewinne hinnehmen müssen. Umsatz und Auftragslage haben sich dagegen deutlich verbessert.


München - Der Gewinn nach Steuern brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 813 Millionen Euro ein, wie Siemens mitteilte. Das Ergebnis der operativen Bereiche gab um 10 Prozent auf 1,402 Milliarden Euro nach. Der Umsatz legte dagegen deutlich auf 20,719 Milliarden Euro zu. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent. Der Auftragseingang verbesserte sich um 31 Prozent auf 26,788 Milliarden Euro. Vor allem "ungewöhnlich viele Großaufträge" habe der Konzern einheimsen können.

Siemens-Chef Kleinfeld: "Wir sind gut gestartet"
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Siemens-Chef Kleinfeld: "Wir sind gut gestartet"

Schuld an dem Gewinneinbruch sind vor allem die bekannten Problemsparten des Konzerns. Im Bereich der IT-Dienstleistungen (SBS) weitete sich der Verlust durch hohe Restrukturierungskosten auf 229 Millionen Euro aus. In der kriselnden Kommunikationssparte gab das Ergebnis auf 323 Millionen Euro nach. Laut Siemens konnten fast alle anderen Bereiche ihr operatives Ergebnis jedoch steigern.

Vorstandschef Klaus Kleinfeld zeigte sich insgesamt zufrieden: "Wir sind gut in 2006 gestartet." Mit den Restrukturierungsmaßnahmen rücke das für 2007 angepeilte Ziel näher; dann sollen alle Bereiche strenge Renditevorgaben erfüllen. Kleinfeld hatte sein Amt vor genau einem Jahr übernommen. Sein Vorgänger Heinrich von Pierer wechselte an die Spitze des Aufsichtsrates.

Ähnlich gemischt wie das Ergebnis sind auch die Gefühle der Analysten. Die Gewinne enttäuschten die Erwartungen, im Bezug auf den Umsatz und den Auftragseingang überraschte der Konzern jedoch. Die von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten hatten lediglich einen Umsatz von 19,22 Milliarden Euro und Auftragseingänge in der Höhe von 22,09 Milliarden Euro erwartet. Beim Überschuss sagten sie einen Rückgang auf nur 999 Millionen Euro voraus.



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