DVD-Verkäufe und Film-Previews Starbucks beschließt Hollywood-Debüt

Der Verkauf von Musik-CDs hat sich bei Starbucks schon etabliert - nun erweitert die in den USA omnipräsente Frappucino-Kette wieder mal ihr Sortiment. Sie will auf ihrem Heimatmarkt in Zukunft auch Bücher und DVDs anbieten und sogar Kinofilm-Previews zeigen.


New York - Den Anfang macht ein Geschäft mit dem kleinen Filmproduzenten Lions Gate Entertainment. Starbucks gab heute bekannt, man wolle in den 5500 Nordamerika-Filialen die neuen Lions-Produktion "Akeelah and the Bee" promoten. So solle der Film über das in den Kaffeehäusern verfügbare WiFi-Netz, auf Kaffeebecher-Aufdrucken und mit Aktionen in den Filialen beworben werden. Außerdem werde es Previews bei Starbucks zu sehen geben.

Drive-Thru bei Starbucks in Illinois: Wir sich die Kette selbst untreu?
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Drive-Thru bei Starbucks in Illinois: Wir sich die Kette selbst untreu?

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird Starbucks im Gegenzug für die Wean den Einspielergebnissen beteiligt, wenn der Film im April in die Kinos kommt. Dies sei nur der Anfang einer größer angelegten Expansion ins Filmgeschäft. Starbucks-Manager seien schon dabei, Drehbücher für andere Filme zu beurteilen und sich mit Hollywood-Managern zu treffen. Die Kette riskiert indes, mit der Filmpromotion Kunden zu vergrätzen, denen der Umfang der Werbeaktionen zu weit geht.

Im weiteren Jahresverlauf will Starbucks auch mit dem Verkauf von DVDs in seinen Filialen beginnen. Die Kette ist bereits erfolgreich im Musikgeschäft tätig. "Angesichts des Erfolges, den wir mit Musik gehabt haben, ist das eine logische Weiterentwicklung unserer Entertainment-Strategie", sagte der Starbucks-Manager Ken Lombard laut einer Pressemitteilung.

Ringen um ein klares Profil

Starbucks eröffnet in den USA derzeit verstärkt Drive-Thrus und hat außerdem warme Sandwiches eingeführt. Insofern gleicht sich das Unternehmen, das bisher für Jazz-Musik und Ohrensessel stand, den großen Fastfood-Konkurrenten wie McDonald's und Dunkin' Donuts zunehmend an. Durch die Kulturaktivitäten versucht die Kaffeekette, ihr eigenes Profil zu schärfen - und ihre höheren Preise zu rechtfertigen.

Passend dazu ist eine weitere Neuerung geplant: Starbucks-Gründer Howard Schultz stellte im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" in Aussicht, bald sollten auch Bücher in den Cafés verkauft werden. Dazu wolle man entweder einen eigenen Verlag gründen oder einen Partner aus der Branche finden.

Der Kinderfilm "Akeelah and the Bee" handelt von einem 11-jährigen schwarzen Mädchen aus einem Problemviertel von Los Angeles, das eine Leidenschaft für Worte entdeckt und an einen landesweiten Buchstabier-Wettbewerb teilnimmt. Einer der Darsteller ist Laurence Fishburne. Starbucks ließ wissen, der Regisseur Doug Atchison habe Teile des Drehbuchs in Starbucks-Filialen verfasst.



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