Steigende Brennstoffkosten E.on-Chef kündigt höhere Strompreise an

Leonhard Birnbaum ist Vorstandsvorsitzender des Energieriesen E.on – und warnt nachdrücklich vor einem Boykott russischer Erdgaslieferungen. Beim Strom läuft es seinen Worten zufolge ohnehin auf eine Verteuerung hinaus.
Leonhard Birnbaum: Gegen ein sofortiges Gasembargo

Leonhard Birnbaum: Gegen ein sofortiges Gasembargo

Foto: Roland Weihrauch / picture alliance/dpa

Der Chef des Energiekonzerns E.on, Leonhard Birnbaum, kündigt steigende Preise für Stromkunden an.

Der Umstieg von Pipeline- auf Flüssigerdgas (LNG) verteuere die Gasverstromung – und auch Kohlestrom werde durch die gestiegenen Notierungen für Emissionsrechte teurer, sagte Birnbaum dem »Handelsblatt«: »Wir pendeln uns erst mal auf einem höheren Niveau ein.« Und: »Ja, so bitter das ist, die steigenden Preise müssen wir auch an unsere Kunden durchgeben.«

Birnbaum sprach sich entschieden gegen ein sofortiges Embargo auf russische Gaslieferungen aus – auch weil dieses den Zusammenhalt in Europa gefährden könne: »Wenn wir glauben, wir könnten die deutsche Versorgung sicherstellen, ohne uns auch gemeinsam um die anderen Staaten zu kümmern, dann wird das die EU zerreißen«, sagte der Manager.

Viele Studien, die sich mit den möglichen Folgen eines Gasboykotts befassen, konzentrierten sich nur auf Deutschland, kritisierte Birnbaum. Aber »die Slowakei ist komplett abhängig vom russischen Gas, und Länder wie Tschechien und Österreich beziehen heute den größten Teil ihres Erdgases aus Russland«.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Man dürfe dieses Thema nicht nur aus deutscher Perspektive behandeln, sagte der E.on-Chef. »Alle unsere Notfallpläne sind national, aber wir reden über eine europäische Gasmangellage. Hier ist noch viel zu tun.«

che