EADS-Umbau Gallois neben Enders in der Doppelspitze

Beim Luftfahrtkonzern EADS sind die internen Folgen der A380-Krise jetzt endgültig klar: Wie der SPIEGEL erfuhr, müssen EADS-Co-Chef Noel Forgeard und Airbus-Chef Gustav Humbert zurücktreten. Neben EADS-Chef Enders soll Frankreichs ehemaliger Bahnchef Gallois rücken.

Hamburg - Louis Gallois, der einst selbst bei Airbus arbeitete, soll zusammen mit dem Deutschen Tom Enders den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS führen. Die französische Regierung, neben DaimlerChrysler und dem Industriellen Arnault Lagardère, Anteilseigner bei EADS, hat das Bundeskanzleramt bereits über die Einigung unterrichtet.

Damit bleibt die deutsch-französische Doppelspitze allerdings bestehen. Dabei war in den Verhandlungen über die Zukunft des Konzerns auch im Gespräch, die komplexe Führungsstruktur grundsätzlich zu ändern. Doch die Anteilseigner wollten zunächst die Führungsfrage klären und nicht längere Zeit mit einem Konzernumbau verlieren.

EADS war in die Krise gerutscht, nachdem beim A380-Lieferverzögerungen bekannt geworden waren und der Aktienkurs abgerutscht war. Vor allem der deutsche Großaktionär DaimlerChrysler arbeitete zahlreichen Berichten zufolge in den letzten Tagen massiv auf den Rücktritt Forgeards hin. Der Autobauer habe in Forgeard, der bis letztes Jahr noch Airbus-Chef war, den Hauptverantwortlichen für die Lieferprobleme beim A380 gesehen, hieß es.

Forgeard werde auch angelastet, den erfolgreichen Langstreckenjet 787 von Boeing  , dem Dreamliner, unterschätzt und nicht mit einer grundlegend neuen Version des nun schwer verkäuflichen Airbus A350 reagiert zu haben. Zudem ermittelt die französische Börsenaufsicht gegen Forgeard und gegen andere EADS-Vorstände wegen des Verdachts auf Insiderhandel: Forgeard hatte noch im März große Aktienpakete verkauft und damit 2,5 Millionen Euro verdient. Daimler-Chrysler hält 22,5 Prozent der EADS-Anteile, der französische Staat 15 Prozent, Lagardère 7,5 Prozent.

hra/ase/AFP/Reuters

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