Weniger Flugzeuge und Personal Easyjet dünnt Standort BER aus

Nur noch 11 statt 18 Flugzeuge, von den 800 Beschäftigten sollen bis zu 275 gehen: Easyjet plant einen Kahlschlag am Hauptstadtflughafen. Grund seien die »hohen Flughafengebühren« – und immer noch Corona.
Eine Easyjet-Maschine am BER: »Die vorgeschlagenen Anpassungen sind zwingend notwendig«

Eine Easyjet-Maschine am BER: »Die vorgeschlagenen Anpassungen sind zwingend notwendig«

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Patrick Pleul / dpa

Die Fluggesellschaft Easyjet will ihren Standort am Hauptstadtflughafen BER deutlich verkleinern. Ab dem Winter sollen dort 11 statt 18 Flugzeuge stationiert sein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Von den rund 800 Flugbegleitern und Piloten sollen »unter Umständen« rund 275 gehen. Hintergrund seien die »hohen und steigenden« Flughafengebühren sowie eine schwächer als erwartet ausfallende Erholung der Nachfrage nach der Coronakrise in Deutschland.

Über die Umsetzung der Pläne soll nun mit der Personalvertretung der Kabinenbesatzung und der Piloten gesprochen werden. »Die vorgeschlagenen Anpassungen sind nicht auf unsere Beschäftigten und ihre Arbeit in Deutschland zurückzuführen«, sagte Deutschlandchef Stephan Erler: »Sie sind jedoch zwingend notwendig, um die gesamte Geschäftsentwicklung zu einem langfristigen Erfolg zu führen.« Bislang galt Easyjet als der größte Anbieter am BER.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium äußerte sich überrascht. »Ich bedauere dies insbesondere mit Blick auf möglicherweise betroffene Beschäftigte sehr. Daher hoffe ich, dass die weiteren Gespräche noch Verbesserungsmöglichkeiten bringen können«, sagte Staatssekretär Hendrik Fischer.

Airport macht deutliche Verluste

Am Flughafen Berlin Brandenburg International kommt der Betrieb ohnehin nur schwer in Gang. Vor wenigen Wochen hatte die Betreibergesellschaft Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) einen Jahresverlust von 570 Millionen Euro bekannt gegeben. Zwar halbierte sich der Fehlbetrag damit im Vergleich zum Vorjahr. Doch noch immer verdient die FBB nicht genug, um den eigenen Betrieb vollständig zu finanzieren.

sol/dpa-afx