Tengelmann-Übernahme Edeka und Ver.di einigen sich bei Tarifverhandlungen in NRW

Im Übernahmepoker um Kaiser's Tengelmann haben Edeka und Ver.di einen Tarifabschluss in NRW erzielt. Der Vertrag hängt davon ab, ob die Übernahme noch zustande kommt.

Leuchtreklamen von Kaisers Tengelmann und Edeka
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Leuchtreklamen von Kaisers Tengelmann und Edeka


Im Zuge des umkämpften Verkaufs von Kaiser's Tengelmann an Edeka hat die Gewerkschaft Ver.di auch in Nordrhein-Westfalen einen Tarifvertrag ausgehandelt. Wie bereits in Berlin und in Bayern soll er für Beschäftigungssicherung in den nächsten fünf Jahren sorgen, falls die Übernahme noch zustande kommt. Betriebsbedingte Kündigungen würden für diese Zeit ausgeschlossen, teilte Ver.di mit.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte den Abschluss von Tarifverträgen für die Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten zur Bedingung seiner umstrittenen Ministererlaubnis gemacht.

Derzeit ist allerdings völlig unklar, ob Edeka tatsächlich Kaiser's Tengelmann übernehmen darf. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte in einer Eilentscheidung das Geschäft vorerst gestoppt und massive Zweifel am Vorgehen Gabriels angemeldet.

Das Gericht warf dem Wirtschaftsminister mögliche Befangenheit vor und erkannte unter anderem den Schutz der Arbeitnehmerrechte nicht als Gemeinwohlgrund an. Gabriel wies die Vorwürfe zurück. Erst in den nächsten Monaten entscheidet das Gericht abschließend, ob die Ministererlaubnis Bestand hat.

Sollte die Übernahme auf dem gerichtlichen Wege doch noch gelingen, wäre durch die Einigung zwischen Ver.di und Edeka die größte Hürde für das Projekt schon genommen.

asa/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
HansPa 05.08.2016
1. Gemeinwohl?
Soso, Arbeitnehmerrechte gehören nicht zum Gemeinwohl. Ich vermute mal Unternehmensgewinne schon!
ptb29 05.08.2016
2. Jeder ist sich selbst der Nächste
Deutschland hat weitere Bundesländer, aber schön, dass in NRW die Fronten geklärt sind.
kalif1978 06.08.2016
3. An die Posts 1 und 2
Es ist ja toll das ihr euch an einer Debatte beteiligen wollt, aber man sollte doch bitte wenigstens den Hauch von Kentniss über den Vorgang haben, zu dem man seinen Senf beitragen will. In NRW hat man wie in Berlin und Bayern "auch" eine Einigung( steht sogar in dem nicht komplexen Artikel). Und der Arbeitnehmerschutz gilt für Kaiser´s Tengelmann beschäftigte( wobei ich gerne wüsste ob nur im Handel oder auch in der Logistik) nicht für Edeka beschäftigte und damit ist nix geschützt. Gleichzeitig wird der freie Wettbewerb damit zerstört, da es eine zu starke Positionierung von Edeka gibt, die damit in die Lage kommen könnten, dem Markt ( des Einzelhandels) ihre Regeln zu diktieren. Also bevor man sinnlos rumpoltert erstmal das erkundigen, das spart traffic, uns die Nerven und euch die Zeit. Meine Gabriell Meinung war noch nike positiv, aber sein Verhalten in diesem Fall zeigt, das er vom Geiste der Sozialdemokratie nichts hält und damit untragbar ist. Naja wenn die SPD nächstes Jahr dann ein einstelliges BT-Wahlergebniss einfährt erkennt es der dann klägliche Rest der Fraktion ,viel zu spät, wohl auch.
5b- 06.08.2016
4. Kündigungsschutz für wen?
Liebe Spiegel Redaktion, bitte lest doch eure eigenen Artikel! Es ist entweder schizophren oder unentschlossen was hier veranstaltet wird. Es gab erst neulich einen Artikel, der hervorhob, dass der Kündigungsschutz Augenwischerei ist. Es gibt ihn nämlich nur für Tengelmann Mitarbeiter. Edeka steht es frei, eigene Mitarbeiter zu entlassen und eigene Märkte zu schließen. Es wurde auch angesprochen, dass Verdi hier aus Eigennutz handelt und nicht für das Allgemeinwohl. So will Verdi, dass Mitglieder im Edeka Konzern platziert werden und, dass sie sich natürlich auch den Kündigungsschutz auf die Fahne schreiben wollen. Nach jenen Artikeln kann man die Sache mit dem Kündigungsschutz nicht mehr als durchweg positiv darstellen. Man muss wenigstens auf Unstimmigkeiten hinweisen.
INGXXL 06.08.2016
5. #1
Gabriel geht es vor allem darum eine Gewerkschaft nämlich Verdi zu stärken und das hat mit Gemeinwohl nichts zu tun. Die Verbraucher müssten mit höheren Preisen dies bezahlen6
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