Tech-Gigant Ehemalige Angestellte verklagt Google wegen rassistischer Diskriminierung

April Curley sollte für Google schwarze Studierende anwerben. Doch in Wahrheit diskriminiere das Unternehmen schwarze Mitarbeiter systematisch, behauptet sie nun – und verklagt den Internetriesen.
Google-Schriftzug in New York (Archiv)

Google-Schriftzug in New York (Archiv)

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Drew Angerer / Getty Images

Die ehemalige Google-Angestellte April Curley hat das US-Unternehmen wegen rassistischer Diskriminierung verklagt. »Schwarze Google-Mitarbeiter sind mit einem feindseligen Arbeitsumfeld konfrontiert und leiden unter Repressalien, wenn sie es wagen, die diskriminierenden Praktiken des Unternehmens infrage zu stellen oder sich dagegen zu wehren«, heißt es in der Klageschrift, die am Freitag in Nordkalifornien eingereicht wurde (»Curley v Google LLC«, Fall Nummer 5:22-cv-01735 ).

April Curley war demnach 2014 von Google eingestellt worden, um schwarze Studierende als Mitarbeiter zu gewinnen. »Sie entdeckte, dass Google nicht wirklich an tatsächlicher Vielfalt und gleichen Beschäftigungschancen interessiert war, sondern nur sein öffentliches Image zu Marketingzwecken aufpolieren wollte«, heißt es in der Klage.

Vorgesetzte hätten sie stereotyp als »zornige schwarze Frau« beschrieben, ihre Arbeit verunglimpft und sie bei Beförderungen übergangen, so Curley. Google beschäftige nur wenige schwarze Arbeitnehmer – und setze diese dann häufig auf niederen Positionen ein. Türen zum beruflichen Aufstieg blieben ihnen verschlossen, weil sie schwarz sind. Das Arbeitsumfeld sei ablehnend, Schwarze würden etwa auf dem Gelände in Mountain View oft von der Security befragt oder aufgefordert, sich auszuweisen. Nachdem sie sich für Reformen eingesetzt habe, sei sie im September 2020 entlassen worden, so Curley.

Bericht über staatliche Untersuchung

Vertreten wird sie von Anwalt Ben Crump, der unter anderem auch die Familie von George Floyd vertrat – dem Mann, der 2020 durch die illegale Gewalt eines Polizisten getötet wurde .

»Während Google behauptete, dass die Firma sich bemüht, Diversität zu fördern, hat sie in Wahrheit ihre schwarzen Angestellten gering geschätzt, zu niedrig bezahlt und schlecht behandelt«, teilte Crump mit.

Die Klage verwies auf Statistiken, denen zufolge im vergangenen Jahr nur etwa 4,4 Prozent der Google-Mitarbeiter und knapp drei Prozent der Führungspersonen und der technischen Bereiche Schwarze waren.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte eine Behörde des Bundesstaats Kalifornien, das Department of Fair Employment and Housing, Ende vergangenen Jahres eine Untersuchung zum Umgang Googles mit schwarzen weiblichen Angestellten eingeleitet , um Berichten über Diskriminierung nachzugehen.

Die nun in San José eingereichte Klage strebt den Status einer Sammelklage an, um andere aktuelle und frühere schwarze Google-Mitarbeiter zu vertreten. Sie zielt unter anderem auf Entschädigungszahlungen und Rückkehr auf angemessene Positionen im Unternehmen. Reuters zufolge hatte Google am Freitag nicht unmittelbar auf eine Bitte nach einer Stellungnahme geantwortet.

hut/AFP/Reuters
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