Ehrenamtliches Engagement Der Fiskus wird großzügiger

Der Fiskus will ehrenamtliches Engagement besser honorieren. Ein geplantes Gesetz soll den Steuerabzug für Spenden verbessern. Einen besonderen Bonus sieht der Entwurf für ehrenamtliche Helfer vor, die sich intensiv um Alte und Behinderte kümmern.


Berlin - Der sogenannte Übungsleiterfreibetrag soll rückwirkend zum Jahresanfang von bisher 1848 Euro auf 2100 Euro jährlich angehoben werden. Wer sich mindestens 20 Stunden im Monat um alte, kranke oder behinderte Menschen kümmert, soll besonders belohnt werden: Er erhält mit dem Steuerbescheid für das Kalenderjahr 2007 einen besonderen Steuerrabatt von 300 Euro.

Sporttrainer, Jugendwarte, Ausbilder, Chorleiter, Dozenten an Volkshochschulen oder Bürger, die sich nebenberuflich in karitativen Organisationen oder im künstlerischen Bereich fürs Gemeinwohl engagieren, können bisher Aufwandsentschädigungen von bis zu 1848 Euro pro Jahr steuerfrei kassieren. Ausgaben erkennt das Finanzamt nur an, wenn sie den Freibetrag übersteigen.

Spender, die kirchliche, religiöse und als besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke finanziell unterstützen, können ihre milden Gaben bisher maximal bis zur Höhe von fünf Prozent ihres Jahreseinkommens Steuer sparend abziehen. Der Höchstbetrag erhöht sich um weitere fünf Prozentpunkte für mildtätige, wissenschaftliche und als besonders förderungswürdig anerkannte kulturelle Zwecke.

Ab 2007 wird der maximale Spendenabzug von 10 auf 20 Prozent des Einkommens angehoben. Das lohnt sich auch für viele ehrenamtliche Helfer in Vereinen. Wer den Nachwuchs zum Auswärtsspiel fährt und seine Fahrtkosten nicht ersetzt bekommt, kann Steuern sparen. Der Schatzmeister darf in Höhe der ersparten Ausgaben nämlich eine Spendenquittung ausstellen. Bei der Erstattung von Fahrtkosten gibt es im Regelfall keine Schwierigkeiten mit dem Fiskus, wenn pro gefahrenem Kilometer ein Pauschbetrag von 0,30 Euro bescheinigt wird.

Ohne großen Papierkram

Setzen Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit ihre Arbeitskraft im Dienste der Allgemeinheit ein, können sie den "entgangenen Verdienst" als Spende steuerbegünstigt geltend machen. Das funktioniert aber nur, wenn vor dem Arbeitseinsatz bereits ein Anspruch auf Vergütung zum Beispiel in der Vereinssatzung festgeschrieben wurde, der Verein grundsätzlich auch zur Zahlung des Lohns in der Lage wäre und das Vereinsmitglied freiwillig und zeitnah auf den Vergütungsanspruch verzichtet.

Wer für sein ehrenamtliches Engagement keine Aufwandsentschädigung erhält, zahlt Telefonkosten, Porto, Fahrtkosten und andere Aufwendungen aus eigener Tasche. Hängt das Ehrenamt jedoch direkt mit dem Hauptberuf zusammen, können die Kosten in der jährlichen Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das funktioniert zum Beispiel bei einer Tätigkeit als Personalratsmitglied oder Gewerkschaftsvertreter. Ehrenamtlich tätige Betreuer hilfloser Menschen müssen die vom Amtsgericht gewährte Entschädigung von 312 Euro pro Vormundschaft in der Steuererklärung angeben.

Nach einem Erlass des Bayerischen Finanzministeriums vom 7. April 2004 (AZ: 32/34 - S 2337-156-15 628/04) werden jedoch ohne großen Papierkram 25 Prozent der Aufwandsentschädigung pauschal (25 Prozent von 312 Euro = 78 Euro) als abzugsfähige Kosten anerkannt. Verbleiben danach nur noch Einkünfte unter 256 Euro, verzichtet das Finanzamt komplett auf einen Steuerobolus.

Von Michael Degethof, ddp



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