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Ein teurer Ausflug

aus DER SPIEGEL 42/1994

führte zur Trennung der Metallgesellschaft (MG) von ihrem US-Partner Castle Energy. Die MG hatte sich gegenüber der Firma Castle, an der sie mit 40 Prozent beteiligt war, mit langfristigen Verträgen zur Lieferung von Öl verpflichtet. Davon wollten sich die Frankfurter unbedingt lösen.

Großaktionär Joseph Castle, der wegen der aussichtsreichen Verbindung mit MG sogar zwei Raffinerien betrieb, sah plötzlich die Firma in Gefahr. Verträge mit Kunden mußten aufgelöst werden, freie Castle-Aktionäre drohten mit Klagen. Castle schaltete die amerikanische Anwaltsfirma Jenner & Block ein.

In einer 94seitigen Klageschrift erheben die Castle-Anwälte schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank, »die durch eine Serie von betrügerischen Handlungen und Manipulationen« die Kontrolle über die Metallgesellschaft an sich gerissen habe. Joseph Castle unterrichtete dann die Deutsche Bank davon, daß er in seiner Klage auch auf die Umstände eingehen werde, wie das Geldhaus in die Geschäfte der MG Corp. eingegriffen habe.

Zur Klage ist es jedoch nicht gekommen. MG-Vorstand Hans-Werner Nolting wurde in die USA beordert, er sollte die heikle Angelegenheit mit Castle regeln. Er dürfe, vertraute er Freunden an, ohne Unterschrift nicht zurückkommen.

Das kam die Metallgesellschaft teuer zu stehen, die Vereinbarung mit Castle kostet die Metallgesellschaft rund 500 Millionen Dollar. Nach Einschätzung von MG-Managern waren die Verträge mit der US-Firma allenfalls die Hälfte wert.

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