Einbruch Panasonic streicht Gewinnprognose zusammen

Die Konjunkturflaute trifft Panasonic: Der japanische Elektronikkonzern muss seine Gewinnprognose drastisch nach unten korrigieren - um bis zu 90 Prozent. Zugleich steht die Übernahme des Rivalen Sanyo auf der Kippe.


Tokio - Im bis Ende März 2009 laufenden Geschäftsjahr werde der Nettogewinn voraussichtlich mit umgerechnet rund 250 Millionen Euro 90 Prozent geringer ausfallen als bislang geplant, erklärte Panasonic am Donnerstag. Grund für den drohenden Einbruch sei der schwache Absatz von Unterhaltungselektronik im Zuge der weltweiten Wirtschaftsflaute. Die japanische Industrie leidet zudem unter dem starken Yen, der Exporte erschwert.

Model mit Panasonic-Plasmafernsehern: Übernahme von Sanyo steht auf der Kippe
REUTERS

Model mit Panasonic-Plasmafernsehern: Übernahme von Sanyo steht auf der Kippe

Die Börse in Tokio reagierte mit Kursabschlägen auf die Meldung. Gegen den Trend verbilligten sich die Aktien von Panasonic um über vier Prozent. Zugleich legte der Leitindex Nikkei Chart zeigen beflügelt von guten US-Vorgaben um rund zwei Prozent zu.

Panasonic beschäftigt weltweit über 300.000 Mitarbeiter und verbuchte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 9000 Milliarden Yen (rund 74 Milliarden Euro). Der Weltmarktführer bei Plasmafernsehern versucht derzeit, seinen Rivalen Sanyo Chart zeigen zu übernehmen. Die US-Bank Goldman Sachs brach allerdings am Mittwoch die Gespräche über den Verkauf ihrer Anteile an Panasonic wegen eines zu niedrigen Angebots vorerst ab.

Damit steht eine der größten Übernahmen in Japan auf der Kippe: Sollte sie gelingen, würde Panasonic gemessen am Umsatz an Branchenführer Hitachi vorbeiziehen und zum größten Elektronikkonzern der Technologie-Großmacht Japan aufsteigen.

Panasonic hat mit umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro an Barmitteln eine prall gefüllte Kriegskasse. Der Konzern führt seit mehreren Wochen Gespräche mit den drei wichtigsten Sanyo-Aktionären - Neben Goldman Sachs sind dies die japanischen Finanzhäuser Daiwa und Sumitomo Mitsui.

Unternehmens- und Finanzkreisen zufolge ist Panasonic bereit, rund 120 Yen je Sanyo-Aktie auf den Tisch zu legen. Damit würde Sanyo mit umgerechnet rund sechs Milliarden Euro bewertet. Einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" zufolge peilt Goldman für seine Anteile allerdings einen mehr als doppelt so hohen Verkaufspreis an.

suc/Reuters



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