Einigung im Tarifstreit Drei Prozent mehr Gehalt für LTU-Piloten

Die LTU hat mitten in der Ferienzeit den drohenden Streik der Piloten noch einmal abgewendet: In einer nächtlichen Marathonsitzung einigten sich das Management und die Gewerkschaft Cockpit auf einen neuen Tarifvertrag.


Hamburg - Die Piloten erhalten rückwirkend ab 1. Januar 2007 eine dreiprozentige Gehaltserhöhung. Ab 1. Juli 2008 steigen die Gehälter um weitere zwei Prozent. Die Laufzeit des Vergütungs-Tarifvertrages geht bis zum 31. Dezember 2008. Die LTU-Piloten hatten sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

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DDP

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Gleichzeitig wurde laut LTU mit Cockpit ein Manteltarifvertrag vereinbart, der bis zum 31. Dezember 2009 gilt. Gesondert vereinbart worden sei ein Bestandsschutz für die Piloten und eine Kapazitätsgarantie. Letztere beinhalte die Vereinbarung, dass der LTU ein Fünftel der Gesamtkapazität der Air-Berlin-Gruppe zugesichert wird.

LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach sagte, das Unternehmen sei "bis an die Grenze des Machbaren gegangen". Man habe unter allen Umständen vermeiden wollen, dass bereits gebuchte Flüge durch einen Streik gefährdet würden. Es gehe nun darum, alle Kräfte im Unternehmen für einen Neuanfang innerhalb der Air-Berlin-Gruppe zu mobilisieren. Air Berlin hatte die defizitäre LTU Ende März gekauft.

Am Montag hatten 96 Prozent des Cockpitpersonals bei der LTU für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt. Die Pilotengewerkschaft hatte daraufhin angekündigt, dass jederzeit mit Streiks zu rechnen sei. Es blieb jedoch bei einem zweistündigen Warnstreik am Montagmorgen. Die LTU-Piloten forderten sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie mehr Ruhezeiten. Die Arbeitgeber hatten bislang drei Prozent mehr Gehalt geboten.

Die künftige LTU-Muttergesellschaft Air Berlin hatte am Dienstag nach zähem Ringen erstmals Tarifverträge für ihr Flugpersonal vereinbart. Bereits am Mittwochabend hatten die Fluggesellschaften dann auch mit der Gewerkschaft Ver.di einen Vergütungs- und einen Manteltarifvertrag für die 950 Verwaltungs- und Technik-Mitarbeiter der LTU erzielt. Er sieht eine dreiprozentige Lohn- und Gehaltserhöhung mit Wirkung zum 1. August 2007 sowie eine Einmalzahlung von 800 Euro pro Mitarbeiter vor. Außerdem wechseln 600 Beschäftigte des Bodenpersonals von LTU - Techniker und Verwaltungsangestellte - zur neu gegründeten Air Berlin Luftfahrttechnik Düsseldorf GmbH. Für alle bisherigen Mitarbeiter wurde eine weitreichende Beschäftigungs- und Besitzstandsgarantie vereinbart. Für alle neuen Mitarbeiter sollen neue Vergütungs- und Manteltarifverträge entsprechend der derzeit bei Air Berlin gültigen Struktur gelten.

ase/ddp/AP



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