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08. Dezember 2007, 14:27 Uhr

Einkommen

Geldbörsen bleiben trotz Aufschwungs leer

Die gute Konjunktur kommt bei den Menschen in Deutschland nicht an: Der Bundesregierung zufolge hat sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in den vergangenen zwei Jahren sogar verringert. Schuld sind die höhere Mehrwertsteuer und nur geringe Lohnerhöhungen.

Hamburg - Trotz guter Konjunktur haben die Deutschen seit Amtsantritt der Großen Koalition weniger Geld zur Verfügung. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.

Kaufhaus (in Leipzig): Zum Geldausgeben bleibt den Verbrauchern weniger übrig
DPA

Kaufhaus (in Leipzig): Zum Geldausgeben bleibt den Verbrauchern weniger übrig

Eine wesentliche Ursache dafür ist die Mehrwertsteuererhöhung, aber auch die Tatsache, dass die Gehälter nur sehr langsam stiegen. "Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hat sich vom dritten Quartal 2005 bis zum dritten Quartal 2007 nominal um 3,2 Prozent erhöht und real um 0,4 Prozent verringert", heißt es in dem Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums an die Liberalen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Volker Wissing, der die Anfrage stellte, bewertete das als "Ergebnis einer unsozialen Politik der Bundesregierung, die vor allem Geringverdiener trifft".

Nach einer Studie des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bremsen die geringe Steigerung der Bruttolöhne, die Steuererhöhungen zum Beginn des Jahres sowie die hohe Inflationsrate den Aufschwung. Zudem legen die Deutschen derzeit weit mehr Geld auf die hohe Kante als in früheren Aufschwungphasen. "Entsprechend wird das Wachstum im kommenden Jahr deutlich geringer ausfallen als bislang prognostiziert", sagte IMK-Chef Gustav Horn. Die Bundesregierung rechnet zurzeit noch damit, dass die Wirtschaft im Jahr 2008 um zwei Prozent zulegt.

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