Einschränkungen im Zugverkehr Bahnstreik trifft vor allem Süddeutschland

Verspätungen und Ausfälle: Am frühen Morgen sind Hunderte Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Warnstreik getreten. Vor allem Süddeutschland ist zunächst betroffen. In München und Nürnberg sind die Auswirkungen schon deutlich zu spüren: Etliche Züge in Nah- und Fernverkehr fallen aus.


Berlin/München - In Nürnberg fährt fast nichts mehr, auch München ist stark betroffen: Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA haben am Donnerstagmorgen ihre Warnstreiks mit Arbeitsniederlegungen vor allem in Süddeutschland gestartet. Betroffen sind der Nah- und Fernverkehr. "In Nürnberg steht alles außer der S-Bahn", sagte Transnet-Sprecher Michael Klein. In Nürnberg traten hundert Rangierer, Zugbegleiter, Zugchefs und Servicekräfte in den befristeten Ausstand.

Wartende am Bahnhof Düsseldorf: Behinderungen im Bahnverkehr
DDP

Wartende am Bahnhof Düsseldorf: Behinderungen im Bahnverkehr

In München legten bisher rund 60 Zugbegleiter, Prüfer und Bahnhofsservicepersonal die Arbeit nieder. "Das hat zur Folge, dass zahlreiche Regionalzüge im Süden ausfallen werden", sagte Klein. Später traten in Hamburg die Mitarbeiter des Reisezentrums in den Ausstand.

Die Warnstreiks hatten nach Angaben der Deutschen Bahn zunächst aber nur geringe Auswirkungen auf den Bahnverkehr im gesamten Bundesgebiet. "Wir haben bisher nur wenige Einschränkungen im bundesweiten Zugverkehr feststellen können", sagte ein Bahn-Sprecher am Morgen. Betroffen sei vor allem der Süden. Die Bahn bestätigte, dass einige Züge zwischen München und Nürnberg ausgefallen sind. Auf den Bahnhöfen wurden zahlreiche Zusatzkräfte eingesetzt, um Reisenden mit Informationen zu helfen. Wegen der Warnstreiks wird bundesweit mit zum Teil erheblichen Verspätungen und Zugausfällen im Regional- und Fernverkehr gerechnet.

Bis zum späten Vormittag sollen nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Schwerpunkte sollen München, Nürnberg, Köln, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Berlin, Saalfeld und Magdeburg sein. "Unser Ziel ist es nicht, dass Züge ausfallen, sondern ein Zeichen gegenüber der Bahn AG zu setzen", sagte der Münchener Streikleiter der GDBA, Paul Eichinger.

In München hatten die Gewerkschaften die bundesweiten Aktionen um 4.45 Uhr begonnen. In der bayerischen Landeshauptstadt soll der Warnstreik um 7.30 Uhr enden. Weitere Streiks sollte es in Köln, Düsseldorf, Bremen, Berlin, Magdeburg und Saalfeld geben, das an der wichtigen Fernverbindung Berlin-München liegt. Offensichtlich werden die Aktionen im Bundesgebiet gestaffelt ausgeführt, so sollte der Ausstand im thüringischen Saalfeld erst um 8 Uhr beginnen.

Bundesweite Behinderungen bis zum Abend

Einzelne Betriebseinschränkungen könnten sich bis in den Nachmittag oder frühen Abend hinziehen, teilte die Bahn mit. Der Konzern will die Auswirkungen auf die Fahrgäste so gering wie möglich halten. So sollen in Betriebsleitzentralen zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt werden. Auch an betroffenen Bahnhöfen sollen mehrere hundert Mitarbeiter für die Kundenbetreuung präsent sein.

Transnet und GDBA fordern besser planbare Arbeitszeiten und zehn Prozent mehr Geld für rund 130.000 Beschäftigte. Der Konzern hat bisher jeweils ein Prozent höhere Einkommen für 2009 und 2010 sowie Einmalzahlungen angeboten. An diesem Freitag soll in Frankfurt erneut verhandelt werden. Dann gibt es möglicherweise eine Streikpause. Sollte die Bahn ein neues Angebot vorlegen, wollen Transnet und GDBA nach eigenem Bekunden mindestens bis einschließlich Montag keine neuen Warnstreiks veranstalten.

Die kleinere Lokführergewerkschaft GDL, die separat mit der Bahn verhandelt und 2007/2008 mit dem längsten Tarifkonflikt in der Geschichte der Bahn für Aufsehen gesorgt hatte, beteiligt sich nicht an den Warnstreiks. Sie fordert in der aktuellen Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Geld für 12.000 tarifgebundene Kollegen.

ffr/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.