Eintrittswelle Kita-Streik beschert Ver.di Tausende neue Mitglieder

Der Kita-Streik ist ein voller Erfolg - zumindest für Ver.di. Der Arbeitskampf hat der Gewerkschaft nach eigenen Angaben massenweise neue Mitglieder zugetrieben, allein in Nordrhein-Westfalen rund 2000. An diesem Mittwoch streiken die Erzieherinnen vor allem in Sachsen und Brandenburg.


Essen - Großer Zuspruch für Ver.di: Seit Beginn des Kita-Streiks erlebt die Gewerkschaft nach eigenen Angaben eine regelrechte Eintrittswelle. Allein in Nordrhein-Westfalen seien seit Anfang Mai mehr als 2000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter beigetreten, sagte Ver.di-Landeschefin Gabriele Schmidt der "NRZ". Bei den Beitritten handelt es sich laut Schmidt "um zusätzliche Beitritte, also über das sonst in diesem Zeitraum übliche Beitrittsgeschehen hinaus".

Kita (in Münster): Einen Nerv getroffen
DPA

Kita (in Münster): Einen Nerv getroffen

Die große Zahl belege, dass Ver.di mit den Themen des Arbeitskampfes einen Nerv getroffen habe. Die Ver.di-Landeschefin geht davon aus, dass Fragen der Gesundheitsvorsorge künftig auch bei Tarifauseinandersetzungen in anderen Branchen eine große Rolle spielen werden. Innerhalb der Gewerkschaft werde die Auseinandersetzung bei den Erzieherinnen von anderen Fachbereichen mit großem Interesse verfolgt.

Die Tarifgespräche zwischen Ver.di und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für die 220.000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste waren am vergangenen Freitag nach einem fünftägigen Verhandlungsmarathon ergebnislos abgebrochen worden.

Die Tarifpartner verhandeln über die Gehälter der Beschäftigten sowie eine Verbesserung des Gesundheitsschutzes. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Auch an diesem Mittwoch geht der Streik weiter. Allein in Brandenburg sind laut Ver.di elf Kindertagesstätten in Rathenow (Havelland) und sechs in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) betroffen. Für neun Uhr ist in Rathenow eine Demonstration geplant.

Auch in Dresden bleiben am Mittwoch zahlreiche Kitas und Horte geschlossen. Laut Ver.di-Schätzung beteiligen sich mehr als die Hälfte der 130 kommunalen Einrichtungen an dem Streik, 500 Erzieher legen demnach die Arbeit nieder.

Die streikenden Mitarbeiter treffen sich vor dem Landtag, wo zur gleichen Zeit das Parlament tagt. Pro Ortsamt hat die Stadt einen Notdienst eingerichtet, der die Kinderbetreuung sichert.

wal/AFP/dpa



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