Einzelhandel Brinkmann ist pleite

Mit ihrer starken Expansion hat sich die Kaufhaus-Kette Brinkmann zu viel vorgenommen. Jetzt musste die Geschäftsführung das Insolvenzverfahren beantragen.

Hamburg - Das Amtsgericht habe den Hamburger Rechtsanwalt Burckhardt Reimer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit. Der Geschäftsbetrieb bleibe in allen Bereichen aufrechterhalten. Die Geschäftsführung gehe davon aus, dass unter dem Schutz des Verfahrens der überwiegende Teil der Firmengruppe erhalten werden könne.

Hintergrund des Insolvenzverfahrens, das auch für Insider des Hamburger Einzelhandels überraschend kommt, ist offenbar die starke Expansion der Gruppe in Verbindung mit der schwachen Einzelhandels-Konjunktur der vergangenen Jahre. "Bedingt durch die konjunkturellen Einbrüche der vergangenen Jahre sind die Erträge der Firmengruppe negativ geworden und haben ihr Eigenkapital aufgezehrt", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Ein Sanierungskonzept, das die Hausbank Dresdner Bank mit den Lieferanten und Kreditversicherern erarbeitet habe, sei gescheitert. Nicht alle Eigner hätten bei notwendigen Kapitalerhöhungen mitziehen wollen.

Die Ernst Brinkmann KG mit Sitz in Hamburg betreibt mit ihren Schwester- und Tochterunternehmen und Filialen mehr als 40 technische Kaufhäuser und Fachmärkte in Deutschland. Regional liegt der Schwerpunkt der Gruppe in Norddeutschland, bis nach Bochum und Dortmund sowie in den ostdeutschen Bundesländern bis Plauen und Erfurt.

Das breite Sortiment erstreckt sich von Porzellan und Spielwaren über Schmuck und Uhren, Unterhaltungselektronik, Küchengeräte und Haushaltstechnik bis hin zu Foto-, Video- und Computerausrüstung. Das 1929 gegründete Familienunternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehrere tausend Mitarbeiter. Es wird seit 1986 von Robert Meyer geleitet, einem Enkel des Unternehmensgründers.

Das Unternehmen erklärte in seiner Mitteilung, die Gehälter der Mitarbeiter seien während der Sanierungsphase gesichert. Die selbstständigen Tochterunternehmen seien vom beantragten Verfahren nicht erfasst.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.