Eklatante Fehler Stiftung Warentest ruft Riester-Heft zurück

Wenn schon die Stiftung Warentest die Konditionen der Riester-Rente nicht durchschaut, wer dann? Weil sie sich systematisch verrechnet hat, ruft die Stiftung erstmals in ihrer Geschichte ein Test-Heft von den Kiosken zurück.

Frankfurt am Main - Der Aufwand ist beträchtlich: Alle Abonnenten des Monatsmagazins sollen per Post über die Panne informiert und mit den verbesserten Ergebnistabellen versorgt werden. Aus dem Zeitschriftenhandel wird die Septemberausgabe vollständig zurückgerufen. Grund für die am Montag getroffene Entscheidung seien gravierende Fehler bei der Prüfung von Riester-Rentenversicherungen, berichtet die "Welt" am Dienstag.

Bei dem Test fondsgestützter Policen sei ein großer Teil der Offerten zu schlecht beurteilt worden, da man bestimmte Kostenpositionen versehentlich zweifach zum Abzug gebracht hätte, zitiert die Zeitung "Finanztest"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Der grundsätzliche Tenor der Untersuchung, dass sich Riester-Sparen lohne, sei aber weiter richtig. Bereits am Dienstag sollen auf der Internet-Seite der Stiftung die korrigierten Testergebnisse veröffentlicht werden.

Der Rückzug der "Finanztest"-Ausgabe aus dem Handel ist ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte der 1964 gegründeten Stiftung. In der Vergangenheit hatten zwar Unternehmen, die bei Tests schlechte Noten bekommen hatten, wiederholt versucht, auf juristischem Wege gegen die Verbraucherschützer vorzugehen. Doch zum Rückruf einer Ausgabe aus den Kiosk-Regalen ist es noch nie gekommen.

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