Electronic Arts Games-Gigant kündigt weiteren Jobabbau an

Es ist ein desaströses Jahr für Electronic Arts. Der Games-Gigant muss binnen sechs Wochen schon das zweite Mal seine Gewinnprognose herunterschrauben. Zur Kostensenkung will den Konzern jetzt unter anderem weitere Stellen streichen.


New York - Der Videospiele-Hersteller Electronic Arts (EA) hat angesichts enttäuschender Geschäfte in Europa und Nordamerika erneut eine Gewinnwarnung ausgegeben. Gewinn und Umsatz würden im laufenden Geschäftsjahr unter den Ende Oktober genannten Planzahlen liegen, teilte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mit.

Nun würden weitere Schritte zur Kostensenkung unternommen. Die Produktpalette solle gekürzt und die Zahl der Mitarbeiter weiter verringert werden. Die Aktien von EA verloren nachbörslich zehn Prozent, nachdem sie bereit im regulären Handel 11,5 Prozent nachgegeben hatten.

Die schlechten Nachrichten von EA kamen unerwartet, da Rivalen wie Microsoft oder Take Two erst vergangene Woche von überraschend guten Geschäften berichtet hatten. Der Games-Branche geht es insgesamt recht gut. Marktforscher gehen davon aus, dass der Markt für Video-Spiele trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen im kommenden Jahr prozentual zweistellig wachsen wird.

Bereits Ende Oktober hatte Electronic Arts seine Prognose für den Gewinn pro Aktie gesenkt und den Abbau von 580 Stellen angekündigt, was sechs Prozent der Belegschaft entspricht. Neben der Zurückhaltung der Kunden hatte der Konzern als Grund für die schlechten Nachrichten auf Verzögerungen beim neuesten "Harry Potter"-Videospiel verwiesen.

Am Dienstag hieß es nun, auch die Prognose von Ende Oktober sei nicht mehr zu halten. Eine neue Spanne wollte der Konzern nicht nennen. Firmenchef John Riccitiello sagte, einige Händler würden angesichts der unsicheren Wirtschaftslage weniger Spiele in ihre Lagerbestände nehmen.

ssu/Reuters



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