Electronic Arts Games-Gigant verbucht hohe Verluste - und streicht Stellen

Job-Abbau auch in der Computerbranche: Der US-Spieleproduzent Electronic Arts will nach einem erneuten hohen Verlust sechs Prozent seiner Stellen streichen. In seinem zweiten Geschäftsquartal bis Ende September schrieb EA ein Minus von 310 Millionen Dollar.


Redwood City - Bunt und farbenfroh geht es in den virtuellen Spielewelten von Electronic Arts (EA) zu. Die wirtschaftliche Realität sieht wesentlich düsterer aus. Nachdem der Games-Gigant erneut Verluste verbuchen muss, entschloss sich das Management zum Job-Abbau. Betroffen dürften 500 bis 600 Mitarbeiter sein, teilte der Hersteller im kalifornischen Redwood City mit. 50 Millionen Dollar will EA damit einsparen.

In seinem zweiten Geschäftsquartal bis Ende September schrieb EA ein Minus von 310 Millionen Dollar nach einem Verlust von 195 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 894 Millionen Dollar. Eine Wertsteigerung des Dollar sowie hohe Kosten für Entwicklung und Marketing hätten zu dem Verlust geführt, hieß es. Zudem verzögere sich die Veröffentlichung des neuen "Harry Potter"-Spiels, von dem sich das Unternehmen einen weiteren deutlichen Umsatz-Anstieg erhofft.

Auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft erwartet EA-Finanzchef Eric Brown Einbußen. Der Einzelhandel rechne damit, dass weniger Kunden in die Läden kommen, sagte er. Wegen der Auswirkungen der Finanzkrise schraubte das Unternehmen seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück.

Für das laufende Quartal hofft Electronic Arts nun vor allem auf einen Umsatzanstieg durch eine neue Version seines populären Spieleklassikers "Rock Band". Der Titel soll erstmals auch Songs der Beatles erhalten. Zum Ende des vergangenen Quartals brachte EA zudem sein mit Spannung erwartetes Evolutions-Spiel "Spore" auf den Markt, von dem nach Angaben des Unternehmens allein in den ersten drei Wochen zwei Millionen Exemplare verkauft wurden.

Electronic Arts hatte Mitte September einen monatelangen Versuch zur Übernahme des kleineren US-Konkurrenten Take-Two ("Grand Theft Auto") aufgegeben.

Der Games-Branche geht es insgesamt recht gut. Marktforscher gehen davon aus, dass der Markt für Video-Spiele trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen im kommenden Jahr prozentual zweistellig wachsen wird.

ssu/dpa



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