Elektronik-Konzern Akku-Rückruf beschert Sony Millionenverlust

Wegen des Rückrufs feuergefährdeter Laptop-Akkus hat Sony im dritten Quartal einen Millionenverlust eingefahren - das Ergebnis brach um 94 Prozent ein. Selbst das gute Geschäft mit Flachbild-Fernsehern und Digitalkameras konnte das Minus nicht ausgleichen.


Tokio - Der Gewinn des japanischen Elektronikkonzerns Sony Chart zeigen ist wegen der Rückrufaktion von fast zehn Millionen Notebook-Akkus weltweit dramatisch eingebrochen. Der Nettogewinn verringerte sich von Juli bis September um 94 Prozent auf 1,7 Milliarden Yen (elf Millionen Euro), wie das Unternehmen heute in Tokio mitteilte.

Sony-Akku (aus einem Dell-Rechner): Fehlerhafte Batterien führen zu düsterer Konzernprognose
AP

Sony-Akku (aus einem Dell-Rechner): Fehlerhafte Batterien führen zu düsterer Konzernprognose

Hauptursache waren Kosten von 51 Milliarden Yen (341 Millionen Euro) für den weltweiten Rückruf von Lithium-Akkus, die überhitzen und Feuer fangen können. In der vergangenen Woche hatte Sony bereits seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr als Folge der beispiellosen Rückruf-Lawine deutlich um 38 Prozent gesenkt.

Obwohl der Elektronik-Konzern mit Digitalkameras und Flachbild- Fernsehern gute Ergebnisse erzielte, hielt Sony an dieser düsteren Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr fest. So wird nur noch mit einem Nettogewinn von 80 Milliarden Yen statt 130 Milliarden Yen gerechnet.

Ursache der Brandgefahr bei den Akkus, die an mehrere Computerhersteller geliefert wurden, sind Fehler in der Produktion. Sony veranschlagt die Kosten für den Umtausch der betroffenen Laptop-Batterien auf 51,2 Milliarden Yen. Um sich gegen die Folgen der Rückrufe zu wappnen, hat Sony Rückstellungen in dieser Höhe verbucht.

kaz/AP/dpa/dpa-AFX



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