EM.TV Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten

Der EM.TV-Aufsichtsratsvorsitzende Nickolaus Becker hat seinen Posten niedergelegt. Hintergrund ist der Einstieg der KirchGruppe bei dem angeschlagenen Medienunternehmen.


Unterföhring - Becker begründete seinen Rücktritt damit, dass er das Verhältnis zwischen EM.TV und der KirchGruppe nicht belasten wolle, hieß es in einer Ad-hoc-Meldung. Er habe seinen Schritt mit dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, Thomas Haffa, abgestimmt.

Berichte um einen Rücktritt Beckers gab es seit längerem. Kirch-Manager drängten nach SPIEGEL-Informationen auf schnelle Ablösung des Aufsichtsratsvorsitzenden, weil Becker bei ihnen einen schlechten Ruf habe, seitdem er sich nur von April bis Oktober 1984 als Geschäftsführer im Kirch-Konzern halten konnte. Zudem galt er als entschiedener Gegner des Einstiegs von Kirch bei EM.TV.

Haffa soll Becker Anfang Februar in einem Brief zum Rücktritt aufgefordert haben. Er habe seine Verpflichtungen gegenüber der Firma in letzter Zeit gröblich missachtet, wurde aus dem Schreiben zitiert. "Um weiteren Schaden abzuwenden, fordere ich Dich auf, unverzüglich Deinen Rücktritt als Aufsichtsratschef zu erklären", hieß es in Haffas Brief.

Trotzdem erklärte Haffe in der Ad-hoc-Meldung von Freitag: Er habe Becker bedauerlicherweise nicht von seinem Entschluss abbringen können. Es werde schwierig sein, einen gleichwertigen Nachfolger zu finden.

Becker stand dem EM.TV-Aufsichtsrat seit Gründung des Unternehmens 1997 vor. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt



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