EM.TV-Beteiligungen Der große Ausverkauf

In den vergangenen Jahren hat das Medienunternehmen EM.TV mit viel Geld und wenig Strategie Beteiligungen zusammengekauft. Jetzt sollen die meisten Akquisitionen wieder abgestoßen werden.


"Muppet"-Star Kermit: Verkauf der Jim Henson Company verzögert sich weiter
AP

"Muppet"-Star Kermit: Verkauf der Jim Henson Company verzögert sich weiter

München - Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV will sich von diversen Beteiligungen trennen. Dies sei Teil der "strategischen Neuausrichtung" und zum geplanten Schuldenabbau notwendig, so Vorstandschef Werner Klatten. So wolle sich EM.TV von seinen 16,75 Prozent an der Formel-1-Holding SLEC ebenso trennen wie von der "Muppet"-Firma Jim Henson Company und seiner 45-prozentigen Beteiligung an der TeleMünchenGruppe (TMG), sagte Klatten am Montag auf einer Analystenkonferenz.

EM.TV werde sich künftig auf seine Kerngeschäfte konzentrieren. Die Formel 1 gehöre nicht zum Kerngeschäft Kinderprogramme und Merchandising, sagte Klatten. Deshalb solle die SLEC-Beteiligung abgestoßen werden.

TMG passe zwar zu EM.TV. Allerdings halte der Konzern nur eine Minderheitsbeteiligung und habe daher nur begrenzten Einfluss. Deshalb würden im Einvernehmen mit Mehrheitsgesellschafter Herbert Kloiber Verhandlungen mit potenziellen Investoren zum Verkauf des 45-Prozent-Anteils geführt, sagte Klatten.

Verkauf der Henson-Beteiligung verzögert sich

Der Verkauf der Jim Henson Company soll nach Angaben Klattens bis Frühjahr 2002 unter Dach und Fach sein. Die ursprünglich für Jahresende avisierte Trennung vom Produzenten der "Muppet Show" sei auf Grund der Terroranschläge vom 11. September nicht zu halten gewesen. Mit dem Verkauf war das New Yorker Investmenthaus Allan & Co beauftragt worden.

Klatten schloss den Verkauf "kleinerer unprofitabler Beteiligungen" nicht aus. Dadurch könnten Schulden abgebaut und Liquidität erzeugt werden. Kriterium für Übernahmen und Investitionen seien Profitabilität, ein positiver Cashflow und eine Mehrheitsbeteiligung von EM.TV.

Potenzielle Übernahmekandidaten nannte Klatten nicht. Allerdings waren Spekulationen laut geworden, denen zufolge EM.TV den Anteil von 22,02 Prozent der KirchGruppe an Constantin Film übernehmen möchte. EM.TV hält bereits 16 Prozent an dem Medienunternehmen.



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