EM.TV Einnahmen fraglich

Der Filmrechtehändler EM.TV kommt nicht zur Ruhe. Während Unternehmenschef Thomas Haffa mit der Kirch-Gruppe im Clinch liegt, verabschieden sich Vertragspartner.


Sorgen hören nicht auf: Thomas Haffa
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Sorgen hören nicht auf: Thomas Haffa

Unterföhring - Die Victory Media-Management hatte EM.TV im vergangenen Jahr eine Zahlung von 100 Millionen Mark für eine Zeichentrickserie zugesagt. Bisher wurden aber nur 25 Millionen Mark überwiesen. Nun stellt Victory die Zahlung der Restsumme in Frage, so das "Handelsblatt". Noch habe man nicht entschieden, wie viel man 2001 investieren könne, bestätigte Victory-Gründer und Vorstandsvorsitzender Franz Landerer dem Blatt. Ausschlaggebend für die Neuverhandlungen soll die unsichere Lage bei EM.TV sein.

Verhandlungen über Kirch-Einstieg gefährdet

Derweil sind die Gespräche zwischen EM.TV und der Kirch-Gruppe über einen Kirch-Einstieg ins Stocken geraten. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen denken die Vertreter von Medienmogul Leo Kirch über einen Abbruch der Verhandlungen nach. "Die Verhandlungssituation ist so verfahren, dass ein Abbruch der Gespräche möglich erscheint", hieß es am Montagabend.

Noch am Abend wollte Kirch intern über den Verlauf der Gespräche beraten. Es sei unsicher, ob dabei schon Entscheidungen fielen, hieß es. Ein Sprecher der Kirch-Gruppe sagte, die Verhandlungen befänden sich in einer kritischen Phase.

EM.TV mauert

In den Verhandlungskreisen hieß es: "Es mangelt seitens des EM.TV-Vorstands und des Aufsichtsrats weiterhin an Entscheidungen, die für einen erfolgreichen Abschluss notwendig sind." Haffa hat offenbar ein Ultimatum der Kirch-Gruppe verstreichen lassen. Er soll sich geweigert haben, die im Dezember vereinbarten Einstiegskonditionen verbindlich zu bestätigen.

Möglicherweise hoffe EM.TV noch auf einen anderen Bieter, der das Unternehmen besser stellen würde als Kirch. "Das ist im Augenblick wenig erquicklich", hieß es in den Kreisen.

EM.TV und Kirch TV hatten im Dezember exklusive Gespräche vereinbart. Der Vereinbarung zufolge soll sich Kirch, abhängig vom Ausgang einer Unternehmensprüfung bei EM.TV, mit bis zu 16,74 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen beteiligen und seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen "Junior TV" im Gegenzug an EM.TV abgeben.

Zudem sollte Kirch 49 Prozent der EM.TV-Beteiligung an der Formel-1-Gesellschaft SLEC gegen 550 Millionen Dollar in bar erhalten.

Warten auf andere Partner

Man könne aber andere Interessenten nicht daran hindern, sich bei EM.TV zu melden, hieß es dazu bei dem Merchandising- und Fernsehrechtehändler. "Es gibt noch viele Punkte, die (mit Kirch) abgearbeitet werden müssen", sagte Sprecher Birnbaum.

EM.TV-Chef Thomas Haffa und Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn sprächen fast täglich. Eine Einigung sei frühestens Ende des Monats, eher aber im Februar zu erwarten. Den Gesprächsstand wollten er und der Kirch-Sprecher nicht näher kommentieren.



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