Emerging-Markets Gelassene Anleger

Argentinien ist zahlungsunfähig ­ doch an den Finanzmärkten herrscht Ruhe. Panikartig hatten die Anleger beispielsweise in der Asien- oder in der Russlandkrise ihre Anleihen aus anderen Schwellenländern, den so genannten Emerging Markets, verkauft. Diesmal ist alles anders.


DER SPIEGEL

Die Preise der in Dollar oder Euro gehandelten Bonds aus Brasilien oder Mexiko blieben bisher stabil. Der Grund: Das "schleichende Siechtum" in Argentinien habe dafür gesorgt, dass Anleger auf die Krise quasi vorbereitet seien ­ und sie für national begrenzt hielten, so Harald Eggerstedt, Rentenfondsmanager der Commerzbank. Andere Emerging-Market-Bonds waren trotz des größten Staatsbankrotts aller Zeiten in den vergangenen Wochen sehr gefragt. Denn diese Anleihen springen erfahrungsgemäß besonders stark an, wenn die Wirtschaft in den USA wieder wächst. Mittlerweile sind die Bonds jedoch so hoch bewertet, dass Experten von einem kurzfristigen Investment abraten. Lediglich wer sein Depot diversifizieren wolle, könne Bonds aus Russland, Mexiko, Brasilien, der Türkei oder Südafrika kaufen ­ um die relativ hohen Zinsen mitzunehmen.



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