Emissionshandel Wirtschaft drohen Mehrkosten von 13 Milliarden Euro

Umweltschutz gibt es nicht umsonst: Laut manager magazin führt die von der EU geplante Verschärfung des Emissionshandels zu enormen Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Würden sämtliche CO2-Verschmutzungsrechte versteigert, dann drohten den Unternehmen Mehrkosten von 13 Milliarden Euro.

Hamburg - Konkret werden die Pläne der Europäischen Union erst im Jahr 2020, doch die Unternehmen in Deutschland machen sich schon heute Sorgen. Denn spätestens in zwölf Jahren sollen die Firmen sämtliche Verschmutzungsrechte, die sie für ihren Betrieb benötigen, ersteigern. Das sieht die von der EU geplante Verschärfung des Emissionshandels vor.

Das manager magazin hat nachgerechnet, was dies bedeutet: Auf die deutsche Wirtschaft kommen enorme Belastungen zu. Müssten Energiekonzerne und Industrie schon heute ihre CO2-Verschmutzungsrechte komplett selbst ersteigern, würde dies für die Unternehmen allein in diesem Jahr zu Mehrkosten von rund 13 Milliarden Euro führen.

Der EU-weite Emissionshandel soll die Industrie dazu veranlassen, weniger Klimagase in die Luft zu blasen. Für jede Tonne CO2, die ein Unternehmen ausstößt, benötigt es ein entsprechendes Zertifikat. Spart die Firma CO2 ein, kann sie übriggebliebene Zertifikate verkaufen. Will sie mehr CO2 emittieren, muss sie Zertifikate hinzukaufen. Der Preis bildet sich am Markt nach Angebot und Nachfrage.

Bisher bekommen die Unternehmen ihre Anfangsausstattung an Zertifikaten umsonst. Künftig will die EU diese Verschmutzungsrechte jedoch versteigern. Die Unternehmen fürchten dadurch massive Belastungen - vor allem dann, wenn der Rest der Welt nicht mitzieht.

Laut manager magazin führt ein europäischer Alleingang beim Emissionshandel zu spürbaren Wettbewerbsverzerrungen. Unternehmen aus den energieintensiven Branchen wie Papier, Stahl, Zement und Chemie könnten in ihrer Existenz bedroht werden. Zumal viele ihre Effizienz kaum noch verbessern könnten. "Inzwischen sind die großen Schritte an den Produktionsstandorten gemacht, jetzt sind nur noch Feinjustierungen möglich", sagt BASF-Vorstand Harald Schwager dem Bericht zufolge.

Stark betroffen ist auch die Luftfahrtindustrie, die künftig ebenfalls in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden soll. So fürchtet die Lufthansa, auf wichtigen interkontinentalen Strecken ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber der schnell wachsenden Konkurrenz aus den Schwellenländern zu verlieren. "Wir mästen damit die Airlines aus den Golfstaaten, darunter auch Emirates, die ohnehin in ein paar Jahren die größte Fluglinie der Welt sein wird", sagte ein Lufthansa-Manager dem Magazin.

wal

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