Emissionshandel Wirtschaftsweiser beklagt einseitige Entlastung der Industrie

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Wolfgang Wiegard, kritisiert den Kompromiss im Emissionsstreit. Im Verhältnis zu den anderen Bereichen der Wirtschaft würde die Industrie viel zu stark entlastet.


Fabrikanlage im Ruhrgebiet: Die anderen Sektoren müssen restriktivere Einsparziele erfüllen
DDP

Fabrikanlage im Ruhrgebiet: Die anderen Sektoren müssen restriktivere Einsparziele erfüllen

Chemnitz - Zwar sei es positiv, dass überhaupt eine Einigung erreicht worden sei, aber die Ziele der Abgasverminderung seien ohnehin von Brüssel vorgegeben, sagte Wiegard der Chemnitzer "Freien Presse". Die deutsche Regierung habe aber Spielraum, wie die Absenkung des Kohlendioxydausstoßes auf die unterschiedlichen Bereiche von Wirtschaft, Verkehr oder Haushalte aufgeteilt werde. Wenn die Industrie großzügige Emissionsrechte erhalte, müssten die anderen Sektoren entsprechend restriktivere Einsparsziele erfüllen. Vermutlich wäre eine stärkere Emissionsminderung für die Industrie gesamtwirtschaftlich effizienter gewesen, sagte Chef der fünf Wirtschaftsweisen.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Winfried Herrmann, rechnet damit, dass nach dem Kompromiss besondere Belastungen auf den Verkehrsbereich zukommen. So wäre die Einführung eines generellen Tempolimits und eine Weiterentwicklung der Ökosteuer eine Möglichkeit, einen Ausgleich für die geringe Belastung der Industrie zu erreichen, sagte er dem Blatt.



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