Empörte Fans iPod-Steuer in Japan scheitert

iPod-Anhänger haben in Japan einen Sieg gegen die Musikindustrie davon getragen. Erfolgreich wehrten sie sich gegen die Einführung einer dreiprozentigen Abgabe auf digitale Musikplayer. Die sogenannte iPod-Steuer hatte die gesamte Öffentlichkeit empört.


Tokio - Ein Jahr hatte die Diskussion gedauert, gestern war die "iPod-Steuer" dann vom Tisch. Die dreiprozentige Abgabe auf digitale Musikplayer sollte der Musikindustrie zufließen, die unter dem Siegeszug von iPods und MP3-Playern zu leiden hat.

iPod-Fan in Japan: Eine Million Songs in vier Tagen runtergeladen
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iPod-Fan in Japan: Eine Million Songs in vier Tagen runtergeladen

In einigen europäischen Ländern gibt es eine derartige Zuzahlung bereits. Der Plan, für den die Industrie kräftig Lobbyarbeit betrieb, erregte in Japan jedoch den Zorn der riesigen iPod-Gemeinde. Der Musikträger ist dort Kult. Allein in den ersten vier Tagen nach der Eröffnung des iTunes Online Music Stores wurden in Japan rund eine Million Songs herunter geladen. Der Marktanteil des iPod hat dort in den letzten Monaten um 60 Prozent zugenommen.

Die öffentliche Aufmerksamkeit um die ins Gespräch gebrachte iPod-Steuer war deshalb so groß, dass das entscheidende Regierungskomitee schließlich nicht wie sonst in erster Linie mit Industrievertretern besetz wurde. Stattdessen saßen auch zahlreiche Professoren, Copyright-Experten und Verbraucher über die Abgabe zu Rate. Gestern scheiterte der Plan schließlich - man habe sich nicht auf die Details zur Durchführung einigen können, lautete die öffentliche Begründung



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