Empörter FDP-Chef DGB lädt Westerwelle aus

Guido Westerwelle ist düpiert: Der DGB hat ihn von seinem Bundeskongress ausgeladen. Weil die Einladung eigentlich an Fraktionschef Gerhardt gerichtet war und Westerwelle die Gewerkschaftsbosse einmal als "die wahre Plage in Deutschland" bezeichnet hat.


Berlin - Eigentlich hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt eingeladen, auf dem Bundeskongress im Mai ein Grußwort zu sprechen. Da Gerhardt aber sein Amt Anfang Mai an Westerwelle abgibt, ging auch die DGB-Einladung an den FDP-Chef. Den aber will die Vereinigung auf ihrer Versammlung nicht haben. 

FDP-Chef Westerwelle: "Keine Mimose sein"
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FDP-Chef Westerwelle: "Keine Mimose sein"

Man ziehe die Einladung deshalb zurück, teilte DGB-Chef Michael Sommer in einem Schreiben an Gerhardt mit. Die Gewerkschaften warteten seit geraumer Zeit auf eine Entschuldigung der FDP zu den Äußerungen Westerwelles, dass Gewerkschaftsfunktionäre "die wahre Plage in Deutschland" seien. Der FDP-Chef hatte dies im Frühjahr vergangenen Jahres gesagt.

Die Abfuhr wollte Westerwelle wohl nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen. Deshalb schrieb er seinerseits einen Brief an Sommer, in dem er beklagte, dieser verletze "gute demokratische Gepflogenheiten". Die Begründung des DGB-Chefs sei vorgeschoben, denn die "funktionärskritische Haltung der FDP" sei zum Zeitpunkt der Einladungen längst bekannt gewesen.

"Wer selbst wie die Gewerkschaftsfunktionäre austeilt, sollte beim Einstecken im demokratischen Meinungsaustausch keine Mimose sein", hielt Westerwelle dem DGB vor. Und fügte sogleich hinzu, Sommer sei zum Bundesparteitag der Liberalen im Mai "unverändert herzlich eingeladen".

ase/AFP/ddp



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