EnBW Ex-Mitarbeiter soll Atomkonzern erpresst haben

Gibt es Sicherheitslücken im Kernkraftwerk Neckarwestheim? Das behauptet zumindest ein ehemaliger Mitarbeiter einer Firma, die für den Betreiber EnBW tätig war. Der Energiekonzern vermutet einen Erpressungsversuch - und schaltet die Atomaufsicht ein.


Karlsruhe - Der Energiekonzern EnBW ist möglicherweise das Opfer eines Erpressungsversuchs geworden. Es gehe um Behauptungen über angebliche Sicherheitslücken im Kernkraftwerk Neckarwestheim, erklärte das Unternehmen. EnBW habe daraufhin die Atomaufsicht eingeschaltet.

Kernkraftwerk Neckarwestheim: Anzeige wegen Nötigung
REUTERS

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Anlass war offenbar ein Gespräch zwischen EnBW-Vertretern und einem ehemaligen Mitarbeiter einer externen Firma. Der Mann habe behauptet, bei seiner früheren Tätigkeit im Kernkraftwerk auf Lücken im Sicherungsbereich gestoßen zu sein, die er dokumentiert habe. Der Energiekonzern vermutet hinter den Anschuldigungen einen Erpressungsversuch.

Laut EnBW sollen sich im Verlauf des Gesprächs "deutliche Anzeichen" ergeben haben, dass der ehemalige Mitarbeiter eine Zahlung für das angeblich brisante Material fordere. Der Konzern habe den Mann deshalb unverzüglich bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn wegen des Verdachts der Nötigung angezeigt. Zeitgleich sei das baden-württembergische Umweltministerium eingeschaltet worden.

Den Angaben zufolge liegen bislang von dem Mann keine Nachweise für die behaupteten Sicherheitslücken vor. Die angeblich vorliegende Dokumentation sei dem Unternehmen nicht zugänglich gemacht worden. Der Wahrheitsgehalt der Behauptungen solle dennoch "im Rahmen der EnBW-Sicherheitsphilosophie" unverzüglich überprüft und bewertet werden, teilte das Unternehmen mit.

wal/ddp

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