Ende der "Welt AG" DaimlerChrysler verkauft restliche Mitsubishi-Anteile

DaimlerChrysler besiegelt das Ende seiner "Welt AG"-Pläne. Bis Ende November will der Autokonzern seine restlichen Anteile an Mitsubishi verkaufen. Die Beteiligung bei dem japanischen Hersteller sollte einst das Tor zum asiatischen Markt öffnen.


Stuttgart - Der Anteil von zuletzt noch etwa 12,4 Prozent werde an die Investmentbank Goldman Sachs abgegeben, teilte Mitsubishi mit. Der Verkauf, der 500 Millionen Euro bringen soll, soll bis zum Monatsende abgeschlossen werden. Daimler-Vorstandsmitglied Rüdiger Grube habe zudem sein Mandat bei Mitsubishi niedergelegt, erklärte DaimlerChrysler.

Damit ist das vom scheidenden Konzern-Chef Jürgen Schrempp angestoßene Projekte einer "Welt-AG" endgültig beendet. Mitsubishi war ursprünglich ein wichtiger Baustein in der Asien-Strategie des Autobauers. DaimlerChrysler hatte im Frühjahr 2000 seinen Einstieg bei den Japanern bekannt gegeben. Schrempp wollte damals das Tor für den zweitgrößten Automarkt der Welt öffnen. Doch über die Jahre hinweg erwies sich das Engagement als zusätzliche Belastung für den Konzern, der ohnehin in der damaligen Zeit mit der Sanierung seiner US-Sparte zu kämpfen hatte.

Im April 2004 hatten dann Vorstand und Aufsichtsrat von DaimlerChrysler die Notbremse gezogen und Mitsubishi Motors den Geldhahn zugedreht. Der deutsch-amerikanische Autobauer verweigerte die Teilnahme an einer geplanten Kapitalerhöhung, um Mitsubishi Motors neues Geld zukommen zulassen. Dieser Entschluss läutete das Ende der strategischen Partnerschaft ein.

Damals hielt DaimlerChrysler noch 37 Prozent der Anteile. Zunächst wurde der Anteilsbesitz nur noch als Finanzbeteiligung geführt. Den Ausstieg bei dem Verluste schreibenden japanischen Autobauer vollzog DaimlerChrysler in Raten.

Mitsubishi und seine frühere Lkw- und Bus-Tochter Fuso, an der DaimlerChrysler einen Anteil von 85 Prozent hält, waren unter anderem durch jahrelang unterdrückte Rückrufe in Verruf geraten. Mitsubishi zahlte deswegen auch Schadenersatz an DaimlerChrysler.

Die laufenden Kooperationsprojekte mit MMC beispielsweise bei Motoren für den Kleinstwagen Smart will der Stuttgarter Konzern jedoch ungeachtet des Rückzugs weiterführen. "Darüber hinaus beabsichtigen DaimlerChrysler und Mitsubishi laufende Projekte zu erneuern und auszuweiten, die für beide Partner vorteilhaft sind", hieß es. DaimlerChrysler lässt beispielsweise den smart forfour im Mitsubishi-Werk im niederländischen Born produzieren.



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