Ende und aus Quam schaltet sich ab

Das langsame Siechtum des Mobilfunk-Flops Quam wird wohl im November endgültig vorbei sein. Dann nämlich will der Kleinstanbieter offenbar sein Netz abschalten - und seine Kunden an T-Mobile verkauft haben.


Der Ex-Chef und sein Logo: Erst ging der erfolglose Ernst Folgman, dann wurden fast alle seiner Mitarbeiter entlassen
DPA

Der Ex-Chef und sein Logo: Erst ging der erfolglose Ernst Folgman, dann wurden fast alle seiner Mitarbeiter entlassen

München - Die 200.000 Kunden, die Quam gewinnen konnte, dürften in den kommenden Tagen Post bekommen. Wie die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtet, wird Quam ihnen empfehlen, zum Konkurrenten T-Mobile zu wechseln. Im November werde das Quam-Netz unwiderruflich heruntergefahren. Die Netzkapazitäten hatte Quam beim Konkurrenten E-Plus gemietet.

Die Quam-Mutter Telefonica hatte wegen geringer Kundenzahlen und immenser Verluste bereits Ende Juli bekannt gegeben, das Geschäft auf Eis zu legen. Zunächst wurde die Entscheidung noch als provisorische dargestellt. Inzwischen haben die meisten der einst 900 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten, teuer angemietete Verkaufsfilialen wurden geschlossen.

Das Unternehmen, an dem auch die finnische Sonera beteiligt ist, hatte im August 2000 für 8,5 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz erworben. Die meisten der übrig gebliebenen Mitarbeiter kümmern sich um diese Lizenz. Ein Verkauf der UMTS-Befugnis an einen anderen Anbieter ist bisher gescheitert.

Für T-Mobile ist die Empfehlung durch Quam offenbar nicht kostenlos. Die "FTD" berichtet, der Mobilfunkanbieter bezahle einen einmaligen Preis von 50.000 Euro und eine Prämie für jeden Kunden, der wechselt. Diese Prämie belaufe sich vermutlich auf 100 bis 200 Euro. T-Mobile werde zudem sogar das Porto für die Briefe an die Quam-Kunden übernehmen.

Im Falle eines Wechsels bietet T-Mobile dem Quam-Kunden angeblich ein Guthaben von - je nach Umsatz - bis zu 120 Euro. Möglich sei auch, dass sie ein neues Handy und ein Guthaben von rund 25 Euro erhielten. T-Mobile lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.



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