Endesa-Übernahme E.on zieht zentrale Forderung zurück

Wende in E.ons Übernahmepoker um die spanische Endesa: Nach dem überraschenden Einstieg des italienischen Konkurrenten Enel verzichtet E.on auf eine zentrale Änderung der Endesa-Statuten. Allerdings bestehen die Düsseldorfer weiterhin auf den Kauf der Endesa-Mehrheit.


Düsseldorf - Bisher haben die Anteilseigner von Endesa Chart zeigen ein Stimmrecht von zehn Prozent – egal wie hoch der Anteil am Unternehmen ist. E.on Chart zeigenhatte die Abschaffung dieser Klausel zur Übernahme-Bedingung gemacht. Wie das Unternehmen am Abend bekannt gab, besteht E.on nicht mehr auf dieser Beschränkung. Weiterhin wolle das Unternehmen aber mindestens 50,01 Prozent von Endesa erwerben. E.oN wolle sich darauf konzentrieren, den Prozess zu vereinfachen, hieß es weiter.

Auf dem Weg zur Weltmarktspitze bietet der größte deutsche Energiekonzern 38,75 Euro je Aktie beziehungsweise 41 Milliarden Euro für das spanische Unternehmen. Die Übernahmefrist läuft noch bis Ende März. Die Abschaffung der Zehn-Prozent-Klausel war eigentlich schon in trockenen Tüchern: Die Aktionäre sollten bei einer Hauptversammlung am 20. März die Beschränkung der Stimmrechte aufheben. Es wird damit gerechnet, dass Endesa das Aktionärstreffen absagen wird. Bei der für morgen geplanten Bilanzvorlage wird Vorstandschef Wulf Bernotat vermutlich zu weiteren Details Stellung nehmen.

Enel hatte mit dem jüngst angekündigten Einstieg bei Endesa den Übernahmeplänen E.ons Steine in den Weg gelegt. Das italienische Unternehmen hatte erklärt, bis zu knapp 25 Prozent der Aktien erwerben zu wollen. Die größte Akquisition der Firmengeschichte des Düsseldorfer Unternehmens gerät zunehmend in Gefahr: Neben Enel gilt der spanische Mischkonzern Acciona mit 21 Prozent als ein weiterer Großaktionär, der sich gegen die Übernahme stemmt.

reh/dpa/vwd/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.