Energie RWE plant Beteiligung an bulgarischem Atomkraftwerk

Der Energieversorger RWE setzt auf Atomkraft. Gegen den Widerstand aus eigenen Reihen plant der Konzern eine Beteiligung an einem Atomkraftwerk in Bulgarien. Darüber hinaus sind offenbar bis zu vier weitere Kern-Projekte möglich.


Berlin - RWE-Chef Jürgen Großmann plant gegen den Widerstand im eigenen Aufsichtsrat eine Beteiligung an dem Atomkraftwerk im bulgarischen Belene. Das berichtet "Die Welt" in ihrer Mittwochsausgabe. Ein entsprechender Beschluss soll bereits Anfang November im Rahmen einer Sondersitzung des Aufsichtsgremiums des Stromkonzerns durchgesetzt werden. Ein RWE-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Atomenergie: RWE will sich an einem bulgarischen Kernkraftwerk beteiligen
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Atomenergie: RWE will sich an einem bulgarischen Kernkraftwerk beteiligen

Die Beteiligung an Belene hatten dem Zeitungsbericht zufolge vor allem die kommunalen Aktionärsvertreter und die Arbeitnehmerbank skeptisch gesehen. Zuletzt habe im April eine Mehrheit im Aufsichtsrat darauf gedrängt, das Projekt erneut zu überprüfen. Das Ziel war damals, das Atomvorhaben aufzugeben, wie mehrere Mitglieder des Gremiums dem Blatt bestätigten. Einige deutsche Banken hätte sich bereits zuvor wegen Umweltbedenken aus der Finanzierung des Projektes verabschiedet. Auch die RWE-Aufsichtsräte hätten sich bei ihrem Widerstand gegen das Projekt auf ökologische Motive gestützt.

In einem Interview in der Mittwochsausgabe der "Süddeutschen Zeitung" sagte Großmann, RWE werde sich an Projekten außerhalb Deutschlands beteiligen. Drei bis fünf Projekte würden "wohl sicherlich kommen". Eine generelle Renaissance der Atomenergie hänge davon ab, ob Versorgungssicherheit und heimische Wertschöpfung "für uns höhere Güter sein werden, als es derzeit der Fall ist".

rom/dpa-AFX/ddp



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