Energie und Rohstoffe Importpreise sinken so stark wie nie

Der Preissturz beim Erdöl zeigt Folgen: Noch nie sanken die Einfuhrpreise für Energie und Rohstoffe aus dem Ausland so deutlich wie in diesem Oktober. Auch die Kosten für Lebensmittel nahmen kräftig ab. Die Zunahme der Inflation dürfte damit vorerst gestoppt sein.


Hamburg - Im Oktober sanken die Importpreise im Vergleich zum September um 3,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. "Einen so starken Rückgang binnen eines Monats hat es noch nie gegeben", sagte eine Statistikerin der Behörde. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 1,4 Prozent gerechnet. Allein der Preis für den Import von Rohöl sank demnach um fast 25 Prozent.

Importware Kakao: Preissturz um sieben Prozent
AP

Importware Kakao: Preissturz um sieben Prozent

Im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres stiegen die Einfuhrpreise nur leicht um 2,9 Prozent. Dies sei die niedrigste Jahresteuerungsrate seit Oktober 2007 gewesen, erklärte das Statistische Bundesamt. Im September hatte die Jahresteuerungsrate noch 7,6 Prozent, im August 9,3 Prozent betragen. Grund für den starken Anstieg war hauptsächlich der Ölpreis gewesen. Er hatte im Juli einen Rekord von rund 147 Dollar pro Barrel erreicht. Mittlerweile liegt er nur noch bei knapp über 50 Dollar.

Gegenüber September verbilligten sich die Importe von Erdöl um 24,8 Prozent, von Mineralöl um 20,8 Prozent, wie die Statistiker ermittelten. Die Jahresveränderungsrate lag damit immer noch bei minus sechs Prozent für Erdöl und minus drei Prozent bei Mineralöl. Der Importpreis für Kohle sank im Vergleich zum September um 3,3 Prozent - im Jahresvergleich allerdings stieg der Einfuhrpreis um 76,4 Prozent. Erdgas allerdings wurde sowohl im Vergleich zum September als auch im Jahresvergleich teurer - gegenüber September um 4,5 Prozent, gegenüber Oktober 2007 um 60 Prozent.

Die Einfuhr von Lebensmitteln verbilligte sich gegenüber September stark: Der Preis für Getreide sank um 7,8 Prozent, gegenüber Oktober vergangenen Jahres um 26,5 Prozent. Kaffee war im Vormonatsvergleich 4,7 Prozent günstiger, im Vergleich zum Vorjahresmonat immerhin noch um 0,2 Prozent. Auch der Preis für Kakao fiel im Vergleich zum September um sieben Prozent, im Vergleich zum Oktober 2007 allerdings war er im vergangenen Monat immer noch 24,2 Prozent teurer. Schweine- und Rindfleisch verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um jeweils mehr als zehn Prozent.

Die Importpreise gelten ebenso wie die Erzeuger- und Großhandelspreise als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Demnach dürfte die jüngst angestiegene Teuerungsrate wieder sinken. Preisveränderungen kommen in der Regel mit zeitlicher Verzögerung bei den Verbrauchern an.

kaz/AFP/Reuters



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