Energiekonzerne E.on will spanische Endesa für 29 Milliarden Euro übernehmen

In der europäischen Energiebranche bahnt sich eine Großfusion an. Der deutsche E.on-Konzern will den spanischen Versorger Endesa kaufen. Der Preis liegt bei 29,1 Milliarden Euro.


Düsseldorf - E.on werde ein Übernahmeangebot für 100 Prozent der Anteile zu einem Preis von 27,50 je Aktie in bar abgeben, teilte Deutschlands größter Energiekonzern heute in Düsseldorf mit. Der Wert der Gesamtofferte betrage damit rund 29,1 Milliarden Euro.

Endesa-Zetrale (in Madrid): E.on will einsteigen
AP

Endesa-Zetrale (in Madrid): E.on will einsteigen

Das gesamte Transaktionsvolumen liegt demnach noch höher. Der Wert betrage einschließlich der bei Endesa ausgewiesenen Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Minderheitsbeteiligungen von etwa 26,1 Milliarden Euro insgesamt etwa 55,2 Milliarden Euro.

Endesa wollte sich zunächst nicht zu dem Übernahmeangebot äußern. "Wir geben keinerlei Kommentar ab", sagte ein Sprecher. Die Aktien von Endesa wurden an der spanischen Börse zunächst vom Handel ausgesetzt. Nach der Freigabe kletterte die Aktie um über sieben Prozent.

E.on erklärte seinerseits, es habe bereits erste Gespräche gegeben. Die Übernahme soll im ersten Jahr nach Abschluss der Transaktion ertragsteigernd wirken, hieß es weiter. Das Geschäft werde mit einer neuen, von den Banken HSBC, Citigroup, JP Morgan und Deutsche Bank bereitgestellten Kreditlinie und durch Eigenmittel finanziert. Die Dividendenpolitik bleibe nach der Übernahme unverändert.

Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigungen. Der Kurs der E.on-Aktie hatte in Reaktion auf das Gebot für Endesa zunächst im Minus eröffnet, dann aber rasch und deutlich ins Plus gedreht. Im Vormittagsverlauf gewann das Papier über zwei Prozent und markierte bei 96,24 Euro ein neues Jahreshoch. Händler begründeten den Anstieg damit, dass den Finanzierungsplänen zufolge nicht mit einer Kapitalerhöhung zu rechnen sei.

E.on steigert Umsatz und Gewinn

E.on ist nicht der einzige Interessent. Die Regierung in Madrid hatte Anfang Februar dem spanischen Gasanbieter Gas Natural den Kauf von Endesa zugesagt. Gas Natural bietet 22,5 Milliarden Euro und damit knapp 7 Milliarden Euro weniger als E.on.

Im Zusammenhang mit der geplanten Endesa-Übernahme hat E.on vorläufige Geschäftszahlen für das Jahr 2005 vorgelegt. Demnach stieg der Konzernumsatz um 21 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro. Der Überschuss habe vor allem dank der Erlöse aus Beteiligungsverkäufen um 71 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zugelegt. Darin seien Buchgewinne aus der Abgabe von Ruhrgas Industries und des Immobilienunternehmens Viterra enthalten.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei um acht Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen. Dazu hätten vor allem höhere Strompreise und mehr Wasserkraft in Skandinavien beigetragen, erläuterte E.on.

suc/Reuters/AFP/ddp:cb:/Dow Jones Newswires



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