Energiekosten E.on rechnet nicht mit Strompreissenkungen

E.on-Energie macht Verbrauchern keine Hoffnung auf niedrigere Strompreise. Grund dafür sei die Mehrwertsteuererhöhung 2007 - dies würde die Einsparungen durch sinkende Durchleitungsgebühren wieder aufheben.


München - Bei einer geschätzten Absenkung der Netzentgelte um gut zehn Prozent, würde der durchschnittliche Familienetat zwar um etwa zwei Euro pro Monat entlastet, sagte E.on-Energie-Chef Johannes Teyssen heute in München bei der Vorstellung der Jahresbilanz seines Unternehmens. "Es ist jedoch schon jetzt abzusehen, dass diese Entlastung aber nahezu vollständig zum Jahreswechsel allein durch die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung und die sich ausweitenden Förderprogramme kompensiert wird", fügte er hinzu.

Unternehmenszentrale E.on Energie: Neues Kernkraftwerk in Rumänien

Unternehmenszentrale E.on Energie: Neues Kernkraftwerk in Rumänien

Nur rund ein Viertel der Strompreise entfalle auf die Energieerzeugung und ein weiteres Viertel auf das Versorgungsnetz: "Alle Menschen wissen, dass der größte Batzen staatliche oder staatlich regulierte Preisbestandteile betrifft, denen kein Kunde oder Lieferant ausweichen kann", sagte Teyssen.

Auf Steuern, Förderung regenerativer Energien, Kommunalabgaben und Mehrwertsteuer entfielen derzeit 40 Prozent des Kilowattstunden-Preises. "Eine Entspannung ist trotz vielfältiger Forderungen von Industrie- und Verbraucherverbänden nicht in Sicht", betonte Teyssen. Er halte es sogar für ausgeschlossen, dass der staatliche Anteil jemals wieder sinken werde.

Teyssen sagte, E.on-Energie wolle eine beschleunigte Marktöffnung aktiv unterstützen, der Konzern stehe aber allen staatlichen Versuchen einer Rückkehr zur Regulierung des Energiemarktes "äußerst kritisch gegenüber". Diese könnte Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe gefährden. "Erste interne Entwürfe der Netzagentur hierzu machen besorgt", sagte Teyssen.

Kooperation mit den Behörden

Nachdem die neue Bundesnetzagentur dem Versorger Vattenfall aufgegeben hatte, seine Netzentgelte ab 1. Juli um 11,7 Prozent gegenüber den Kosten im Jahr 2004 zu senken, sei eine Entscheidung für E.on-Energie noch nicht getroffen, sagte Teyssen. Sie werde aber in Kürze erwartet. Ob sein Unternehmen wie Vattenfall gerichtlich gegen die Senkung vorgehe, "können wir erst dann abschließend entscheiden, wenn wir die konkreten Bescheide im Haus haben", fügte er hinzu. Er erwarte jedoch eine deutliche Netzentgeltabsenkung für die Kunden. Sein Unternehmen wolle mit der Behörde eng und vertrauensvoll kooperieren, betonte Teyssen.

E.on-Energie steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz von 19,7 auf 23,2 Milliarden Euro. Die Umsatzsteigerung um 18 Prozent beruhe im Wesentlichen auf die Aufnahme der Tochtergesellschaften in Bulgarien, Rumänien und Ungarn in die Bilanz, "aber natürlich auch auf den gestiegenen Großhandelspreisen für Strom", sagte Teyssen.

E.on hat sich zudem an einer Ausschreibung der rumänischen Regierung beteiligt, sagte Teyssen. Das Kraftwerk solle mit moderner westlicher Technik im südost-rumänischen Cernavoda errichtet werden. E.on könne das Atomkraftwerk alleine errichten und betreiben, sei dabei aber auch für Partnerschaften offen, sagte Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder.

Der in Deutschland vereinbarte Atomausstieg hat auf den Bau in Rumänien Hohlefelder keinen Einfluss. Die Vereinbarung zum Atomausstieg beschränke sich nur auf das Inland. In zahlreichen anderen Staaten solle die Atomenergie eine wesentliche Säule der Stromerzeugung bleiben. "Als internationales Unternehmen können wir uns von dieser Entwicklung nicht abkoppeln", sagte der E.on-Manager.

tim/AP/Reuters



insgesamt 1570 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Rainer Helmbrecht 15.11.2005
1.
Ein Scheich hustet und der Ölpreis steigt, ein Wirbelsturm droht, der Ölpreis steigt, der Wirbelsturm kommt nicht, nun steigt der Preis, weil der Sturm nicht kommt. Das gleiche Phänomen kann man auch bei sonstigen Kursen an der Börse bemerken. Wir (Normalen) wissen nämlich garnicht was der Sinn der Börse ist. Wir Dummchen glauben immer, da werden Tatsachen bewertet, das stimmt aber nicht, das Ziel der Börse ist Geldverdienen. Geldverdienen ist aber so eine Art Spiel, dieses Spiel hat, wie alle Spiele, nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Wem es gelingt, einen Haufen Mist für viel Geld zu verkaufen, siegt. An der Börse bedeutet das nutzloses Papier bunt zu bedrucken und teuer zu verkaufen. Dann hat man das Ganze modernisiert und das bedruckte Papier auch noch weggelassen. Nun sind wir soweit, das der Kurs einer Aktie schon durch einen Stromausfall beeinflußt werden kann. Irgendwie wie der Hase und der Igel, nur das der Igel hier Geier heißt.
Gnom, 15.11.2005
2.
---Zitat von sysop--- Öl, Gas, Strom, alles wird immer schneller immer teurer. Die Energiekonzerne brauchen sich um ihr Image beim Kunden nicht zu sorgen: Schlechter kann es nicht mehr werden. Sind die Energielieferanten wirklich die bösen Abzocker? Oder müssen sie auch nur der immer größeren Nachfrage und den gestiegenen Rohstoffpreisen Tribut zollen? Sollten die Konsumenten statt zu stöhnen einfach mehr Energie sparen? ---Zitatende--- Es muss sich was ändern und es wird sich etwas ändern auf dem Energiesektor! Das Einsparen von Energie wird dabei eine Rolle spielen. Außerdem ist der Gesetzgeber gefordert, aber hoffentlich nicht überfordert.
hubert neues, 15.11.2005
3. Änderung des Energiemarktes
Nun es wird sich was ändern auf dem Markt, aber solange die weltweit bestimmende Industrie die Automobilhersteller sind ist das kaum vorstellbar. Ich kann mich nur schwach daran erinnern, aber es gab zahlreiche Studie zu Beginn der Rot/Grünen Regierung wieviel Potential im Umweltschutz und in der alternativen Energiegewinnung liegt. Das haben wir alles vergessen,bzw. es wurde vergessen gemacht. Denn wenn Opel oder VW keine guten Zahlen vorlegen ist das Geschrei und die Angst in der Politik groß. 3 Liter Auto?! Die ersten vernünftigen kammen erst dieses Jahr auf dem Markt, wurden uns aber schon lange versprochen. Und was ist mit der Chance auf den wachsenden chinesischen (Energie-)Markt Einfluß zu nehmen, um dort den vernünftigen Umgang mit Resourcen zu vermitteln. Hätte man damals in die alternative Energiegewinnung/-technologie in deutschland investiert, könnte man heute sicher mehr als nur Know-How dorthin verkaufen. Die Chancen sind vertan. Jetzt sollten wir vielleicht nur unseren Markt retten und vielleicht auch unsere Umwelt!
Urquhart, 15.11.2005
4. Wer sind die Abzocker?
Nicht die Scheichs sind Abzocker. Abzocker sind: Der Bundesfinanzminister (Mineralölsteuer und Ökosteuer, Umsatzsteuer auf bereits gezahlte Steuer) Die Landesfinanzminister (Wasserpfennig, Umsatzsteuer) Die Stadt- und Gemeindekämmerer per se(Schmutzwasserabgabe, Niederschlagsabgabe usw.) Die Stadt- und Gemeindekämmerer als Vertreter der Städte und Gemeinde als Anteilseigner an Energieversorgern und Wasserwerken (Kapitalverzinsung) Das Kartell zwischen Energieversorgung, Mineralölunternehmen und Regierungen muss unbedingt durchbrochen werden. Es wundert mich eigentlich, dass diese Machenschaften verfassungskonform sein sollen.
sitiwati 16.11.2005
5. mir
---Zitat von Rainer Helmbrecht--- Ein Scheich hustet und der Ölpreis steigt, ein Wirbelsturm droht, der Ölpreis steigt, der Wirbelsturm kommt nicht, nun steigt der Preis, weil der Sturm nicht kommt. Das gleiche Phänomen kann man auch bei sonstigen Kursen an der Börse bemerken. Wir.... ---Zitatende--- aus der Seele gesprochen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.