Steigende Energiepreise »Massive Einschnitte« bei Schulbussen möglich

Der Betrieb von Bussen wird in der Energiekrise immer teurer, auch das 9-Euro-Ticket war für viele Busunternehmen problematisch. Nun schlagen sie Alarm.
Schulbus (Barleben, Sachsen-Anhalt): Rückgrat des ländlichen Nahverkehrs

Schulbus (Barleben, Sachsen-Anhalt): Rückgrat des ländlichen Nahverkehrs

Foto: Peter Gercke / picture alliance/dpa

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) befürchtet wegen der hohen Energiepreise, dass der Transport von Schülerinnen und Schülern bald drastisch eingeschränkt werden muss. »Wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, werden die ÖPNV-Unternehmen schon sehr bald Leistungen reduzieren oder den Verkehr ganz einstellen müssen«, sagte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard der »Rheinischen Post« . »Insbesondere im Schülerverkehr drohen massive Einschnitte.«

Eine Umfrage des BDO unter 115 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ergab der Zeitung zufolge, dass nur drei Prozent es schaffen, die gestiegenen Energiekosten vollständig auszugleichen. Bei mehr als 50 Prozent der Firmen liegen demnach die Aufwendungen 2022 bislang um 50 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums, fast ein Viertel liege bei mehr als 70 Prozent.

Außerdem befürchte die Branche nach dem Auslaufen des Tankrabatts in wenigen Tagen Dieselpreise, die dauerhaft oberhalb von zwei Euro pro Liter liegen, so die Zeitung weiter. Auch das 9-Euro-Ticket sei für die Branche problematisch gewesen, so BDO-Chefin Leonard, weil im Aktionszeitraum Preiserhöhungen nicht möglich gewesen seien. Auch beklagen die Busunternehmer Fahrgastverluste bei Fern- und Reisebussen.

Leonard fordert in der Zeitung, dass die bestehende Rückerstattung von Energiekosten von fünf Cent pro Liter auf 40 Cent angehoben wird. Viele Busunternehmen betreiben den Schulbusverkehr im Auftrag von Landkreisen oder Verkehrsverbünden. Gerade im ländlichen Bereich gibt es oft keine Alternativen, um alle Schülerinnen und Schüler zum Unterricht zu bringen.

So wie auch die Speditionsbranche über einen Mangel an Fahrern klagt, fehlt laut BDO im Busbereich ebenfalls Personal am Steuer. Leonard spricht von einer Lücke von 5000 Fahrern.

mamk/AFP
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